Schulische Differenzierungs-/Förder- und Fordermaßnahmen

Auch unsere Schule hat den Auftrag ALLE SchülerInnen auf ihrem individuellen Lernstand zu fördern und zu fordern. Sprachunterricht ist zentral für die Lernentwicklung und findet in jedem Unterrichtsfach statt.

Als Grundbausteine der Sprachförderung an unserer Schule dienen die klassischen Elemente der Durchgängigen Sprachförderung und der Additiven Sprachförderung in Hamburg. In Anbetracht dessen wird die integrierte Förderung im Regelunterricht berücksichtigt. Mithilfe von gezielter und themenbezogener Wortschatzarbeit, kooperativen Arbeitsformen, offenen Aufgabenformaten, klarer Lehreransprache und vielfältigen Differenzierungsmaterialien zusätzlich zu den gängigen Lehrwerken, begegnen wir den unterschiedlichen Sprach- und Lernniveaus der Kinder in allen Fächern.

Darüber hinaus organisieren wir die zusätzliche Lernzeit parallel bzw. nach dem Unterricht und bemühen uns in jedem Schuljahr den Bedarfen der Kinder und den zugewiesenen Ressourcen möglichst gerecht zu werden. Dabei berücksichtigen wir den Aspekt der „Überförderung“ eines einzelnen Kindes als Form der Überforderung bei zu vielen gleichzeitigen Förderschwerpunkten. In Fall- und Zeugniskonferenzen wird über die Förderbedarfe und das Lernvermögen der einzelnen Kinder abgestimmt.

Seit dem Schuljahr 2016/17 findet in allen Klassenstufen eine integrative Förderung im Klassenverbund statt. Wir haben uns als Schule dafür entschieden, dass die Förderung und Forderung aller Kinder jederzeit integrativ im Regelunterricht stattfinden muss. Auf diese Weise verzichten wir auf Wegezeiten und profitieren davon, dass zwei LehrerInnen zur selben Zeit auf die Bedürfnisse der förderbedürftigen SchülerInnen und begabungsentfaltende Angebote eingehen können.

Generell verfolgen wir seitdem einen umfassenden Förder- und Forderansatz, der sich auf die Lehrinhalte – insbesondere dem kreativen Bereich besonders durch JeKi und TUSCH erstreckt. Es werden nahezu alle Förderressourcen direkt in die Klassen gegeben. Das ermöglicht uns eine konkrete Unterstützung einzelner, besonders förderbedürftiger Kinder im Klassenverband während des Regelunterrichts. Eine Differenzierungskraft begleitet den Regelunterricht und unterstützt einzelne SchülerInnen auf Ihrem Lernniveau. Für die geförderten Kinder wird ein Individueller Förderplan geschrieben, welcher konkrete Ziele und Förder-/bzw.  Fordermaßnahmen für ein Schulhalbjahr verschriftlicht und verbindlich festhält. Alle beteiligten LehrerInnen verfassen den Individuellen Förderplan eines Kindes in enger Absprache miteinander und überarbeiten und aktualisieren ihn in regelmäßigen Abständen. Mithilfe der Individuellen Förderpläne kann sichergestellt werden, dass die Differenzierungskraft die einzelnen Förderkinder einer Klasse gesondert und sensibel in den Blick nimmt und gewinnend begleitet. Neben der Transparenz des Lernprozesses und der Verbindlichkeit der Lernziele schafft der Individuelle Förderplan einen umfangreichen und langfristigen Blick auf das einzelne Kind.

Bereits in der Vorschulklasse legen wir einen Blick auf die sprachliche Lernentwicklung unserer SchülerInnen und unterstützen beginnend. Ab der ersten Klasse findet eine integrierte Förderung statt, die so früh wie möglich im Klassenverband erfolgt. Zwei Stunden in der Woche geht eine Differenzierungslehrkraft in den Fachunterricht der jeweiligen Klasse und begleitet einzelne SchülerInnen, die Schwierigkeiten im Lautieren/später Schreiben und Lesen haben. Ziel dieser Entscheidung ist der präventive Charakter der Sprachförderung. Die Kinder bleiben frei von jedem Stigma in der gewohnten Gruppe und haben die Chance im Regelunterricht besonders begleitet und unterstützt zu werden. Auf diese Weise kann eine kooperative Förderung stattfinden, die den Grundstein zur Sprachförderung in den folgenden Klassenstufen legt.

Ab Mitte der ersten Klasse werden Kinder, welche im HSP (Hamburger Schreibprobe) und/oder SWLT (StolperWörterLesetest) mit Prozentrang 10 und darunter abschneiden, und die, die aus Sicht der Lehrenden den Badarf haben, besonders in den Blick genommen und im Klassenverband besonders gefördert. Für diese Kinder wird ein Individueller Förderplan angelegt, welcher in einer Differenzierungs-Mappe für alle LehrerInnen der Klasse im Klassenraum zur Verfügung steht.

In der dritten und vierten Klasse gelten die gleichen Voraussetzungen für den Förderbedarf, wie in der zweiten Klassenstufe. Jedoch finden einige besondere Förderstunden nach dem Regelunterricht ab 13 Uhr statt. Diese Umsetzung orientiert sich am Hamburger Sprachfördermodell.

Je nach Anzahl der sprachförderbedürftigen SchülerInnen und deren Förderschwerpunkten (Lesen und/oder Rechtschreiben/ mathematische Grundfertigkeiten u. a.) überdenken wir im Förderteam zu jedem Halbjahr, wie viele Differenzierungsstunden einer Klasse zugewiesen werden. Hierbei berücksichtigen wir zudem den jeweiligen Förderbereich.

Rechtschreibförderung

Nach der pädagogischen Maxime von Dr. Peter May besteht auch an unserer Schule das Projekt Lesen und Schreiben für alle (PLUS). Die Hamburger Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung führte 1994 mit dem PLUS für alle Schulen ein neues Konzept zur präventiven, integrativen und kooperativen Förderung von Kindern mit Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben an den Grundschulen ein. Danach sollen die Kinder so früh wie möglich (präventiv) und möglichst innerhalb der Klasse (integrativ) gefördert werden.

Werden bei einem Kind Schwierigkeiten im Bereich der Rechtschreibung erkannt, ist es zunächst Aufgabe der DeutschlehrerInnen möglichst präventiv gezielte Fördermaßnahmen im Unterricht anzulegen. Entsprechend des individuellen Lernniveaus kann eine gesonderte Rechtschreibförderung nötig werden. Neben klassischen Lautierungs- und Rechtschreibübungen können weitere Aufgaben relevant werden. Dazu gehören Konzentrationsaufgaben zur Merkfähigkeit, die Vermittlung von individuellen Arbeitsstrategien, die Förderung des selbstständigen Lernens und Arbeitens, die Erweiterung der motorischen Leistungen, die Entwicklung der sprachlichen Fähigkeiten,  aber auch die Förderung der auditiven und visuellen Wahrnehmung.

Um die Entwicklung der Rechtschreibkompetenz unserer SchülerInnen bestmöglich anleiten und fördern zu können, haben wir uns zum Ziel gesetzt, zukünftig folgende Prinzipien eines systematischen und vielseitigen Rechtschreibunterrichts verbindlich anzuwenden:

Klasse 1:

Die Basis für einen sprachsystematischen Ansatz (s. Handreichung; S. 31/32) wird gelegt:

  • Erforschung der Silbenstruktur
  • Erarbeitung der Voraussetzungen
    • Wörter verlängern: „Denke nie über ein einsilbiges Wort nach!“
    • Wörter in Sprechsilben gliedern
    • Schreibsilben untersuchen
    • Unterscheidung der sogenannten kurzen und langen Vokale
    • Anfangs- und Endbausteine erkennen und abtrennen
  • Erarbeitung des ausgewählten Grundwortschatzes für Klasse 1

Im Schuljahr 2015/16 arbeiten wir einheitlich mit dem Lehrwerk Flex und Flora. Wir erhoffen uns von diesem Lehrwerk eine strukturiertere Einführung der Buchstaben in Klasse 1 als in unserem bisherigen Lehrwerk „Konfetti“.

Zudem bietet „Flex und Flora“ eine aufbauende Einführung und Bearbeitung der grundlegenden Rechtschreibphänomene in den weiteren Klassenstufen. Das gemeinsame Nachdenken über Rechtschreibung wollen wir auf regelmäßig stattfindenden Rechtschreibkonferenzen verankern. Langfristiges Ziel ist es,  über einen Fundus von nach Rechtschreibphänomenen geordneten Materialien zur Förderung und Forderung zu verfügen. Auch hierfür bietet Flex und Flora bereits erste Grundlagen.

Klasse 2/3/4:

  • Rechtschreiblernen nach sprachsystematischen Phänomenen (festgelegt für jeden Jahrgang)
  • Erarbeitung des ausgewählten Grundwortschatzes für die jeweilige Klassenstufe
  • Jahrgangsspezifisches Diktattraining

Für alle Klassenstufen und deren Regel- und Differenzierungsunterricht haben wir im Kollegium und auf der Fachkonferenz vereinbart, dass wir ab dem Schuljahr 2015/16 einheitliche Begriffe und Farben für Vokale, Konsonanten, offene und geschlossene Silben, Wortarten  und  Artikel verwenden.  Hierzu entwickelt die Fachschaft Plakate, die den Klassen und dem Sprachförderbereich zur Verfügung gestellt werden. Zudem werden wir zukünftig einheitliche Symbole für die genannten Rechtschreibphänomene benutzen.  Mit dieser Vereinheitlichung planen wir auch bei Lehrerwechsel und Vertretungssituationen ein fortlaufendes Regelwerk als gute Basis für einen fundierten Rechtschreibunterricht.

Leseförderung

Als Grundschule und besonders als Literaturschule ist für uns die Förderung der Lesekompetenz ein zentraler Bereich des schulischen Lebens und Lernens.

Unser Ziel ist, dass Schülerinnen und Schüler Bücher und Texte auf vielfältige und lebendige Weise erleben können und gleichzeitig erfahren, dass das Lesen selbstverständlicher Teil des Lernens und ihres Lebens ist.

Als eine Schlüsselkompetenz lernen und üben sie, Texte als grundlegende Informationsquelle zu nutzen. Darüber hinaus kommen die Kinder  über das Lesen in Kontakt mit Fragen des sozialen Miteinanders. Sie informieren sich zu Sachthemen, über soziale Themen, andere Menschen und Kulturen. Sie tauschen sich aus, erweitern ihre kommunikativen und sachbezogenen Fähigkeiten, sie tauchen ein in eine Welt der Gedanken und der Fantasie. Hier entdecken sie eine Quelle für etwas, das mit ihnen selbst zu tun hat, mit ihren Gefühlen, ihren Vorstellungen vom Leben und ihrer Kreativität.

Viele Kinder haben zu dieser Welt spontanen Zugang, andere lernen sich selber und andere mit der Zeit  Stück für Stück besser kennen und verstehen.

Um die Lesekompetenz der Kinder zu fördern, laden wir die Schüler auf unterschiedlichste Weise zum Lesen ein und vermitteln ihnen durch viele verschiedene Leseanreize die Freude an Büchern.

In den Pausen stehen den Kindern in der Pausenhalle „Bücherkisten“ mit gespendeten Lese- und Bilderbüchern und Kinderzeitschriften zur Verfügung.

In Kooperation mit den Hamburger Bücherhallen und der schulbibliothekarischen Arbeitsstelle stehen den 1. und 2.Klassen Bücherkisten in ihrem Klassenraum zur Verfügung.

Schulbücherei

Kooperation mit dem Literaturhaus

Kooperation mit dem Kinderbuchhaus

Lesetandems

Zum Schuljahr 2015/16 haben wir erdacht, dass die Leseförderung in Form eines Lese-Tandems im Regelunterricht gefördert werden soll. Die Idee basiert auf dem mehrmaligen Training zu zweit innerhalb des Klassenverbandes. Dreimal in der Woche finden sich die Tandems im Klassenverbund zusammen, um 15 Minuten lang miteinander zu lesen. Die Tandems ergeben sich durch die Evaluation der StolperWörterLese-Testungen. Nach einem Mittelwert werden zwei Kinder miteinander kombiniert, die voneinander profitieren können. Dabei ist ausschließlich deren Lesekompetenz entscheidend und nicht deren soziale Bindung. Auch wenn zunächst die Förderung der Leseflüssigkeit im Zentrum dieses Trainings steht, so erzielt eine gesicherte Leseflüssigkeit langfristig auch eine Erschließung des Inhalts. Ebenso entscheidend ist auch der Zuwachs der Zuhörkompetenz.

Um dieses Training in allen Klassen zu ritualisieren, haben die Sonderpädagogin und die Förderkoordinatorin motivierende Lesekisten zusammengestellt. Das silbische Lesen ist vor allem in der Klasse 1 Voraussetzung für die Auswahl der Lesehefte und Bücher.

Verbindlich wird das Lesetraining ab Mitte der ersten Klasse 3 mal 15 min in der Woche zu festgelegten Zeiten durchgeführt. Alle wichtigen Schritte und Ziele des Lesetrainings sind auf einem Paper im Anhang zu finden.

ZIELE des Lesetrainings:

  • Leseförderung findet im Regelunterricht ritualisiert und dadurch beständig statt
  • Verbesserung der Leseflüssigkeit als Grundlage des sinnentnehmenden Lesens
  • Automatisierung der Lesetechnik
  • Einüben der Sozialform ‚Partnerarbeit‘ als Soziales Lernen

Als Grundlage dienen die Ergebnisse des letzten SWLT. Die erwählten Partner lesen immer im vorgegebenen Lesetandem!

Das Tandem erhält zwei identische Texte angepasst an das Leseniveau des schwächeren Lesers aus der bereitgestellten Lesekiste.

Beide Leser benutzen IMMER den Finger zum Mitlesen (Prinzip: Dein Finger leitet dein Auge!).

Trainer und Sportler lesen halblaut den Text parallel (einen Satz/Absatz/Seite, je nach Lesevermögen).

Auf ein verabredetes Zeichen liest der Sportler alleine weiter ODER den gemeinsam gelesenen Text alleine noch einmal laut vor (Trainer liest mit dem Finger im eigenen Text mit und unterstützt: „Halt! Versuch noch einmal. Lies noch einmal genau, ….“).

Die Traineraufgabe besteht vor allem durch die Vermittlung von positiver Bestätigung, Lob und Motivation.

Deutsch als Zweitsprache

Kinder mit Migrationshintergrund und nicht ausreichenden Deutschkenntnissen werden im Regelunterricht unterstützt. Die DifferenzierungslehrerInnen haben die Aufgabe, Wortschatz, Artikulation und Aussprache der Kinder bewusst und aktiv zu fördern. Der Sprachförderraum bietet vielfältige Sprechanlässe und motiviert das sprachorientierte Lernen der Kinder unterschiedlicher sprachlicher Herkunft. Daneben werden die bereits genannten Aspekte der Sprachförderung praktiziert, um die Kinder für den Regelunterricht stark zu machen und ihnen die Möglichkeit zu geben, den Anschluss trotz sprachlicher Barrieren zu bewältigen.

 Förderung von Kindern ohne Deutschkenntnissen

Immer öfter nimmt unsere Schule Kinder ohne Deutschkenntnisse auf, welche zum Teil auch noch keine Sozialerfahrung in schulischen Einrichtungen erfahren haben. Die SchülerInnen werden in jahrgangsübergreifenden Kleingruppen von der Schulleiterin unterrichtet und nach Möglichkeit im Regelunterricht mit gesondertem Material unterstützt.

Mathematikförderung

Bei vermuteter Rechenschwäche einzelner Kinder führen die Mathematik-LehrerInnen den HaRet (Hamburger Rechentest) zu Beginn des jeweiligen Schuljahres durch. Kinder mit erhöhtem Förderbedarf im Fach Mathematik erhalten additiv zum Unterricht eine gesonderte Förderung in stufenübergreifenden Gruppen. Differenzierungsstunden in Form von Doppelbesetzungen werden in den ersten drei Schuljahren für die individuelle Förderung einzelner SchülerInnen genutzt.

Im Schuljahr 2014/15 konnten wir additive Förderstunden für das Fach Mathematik etablieren und Förderboxen nach Schipper (Übungen zur Prävention von Rechenstörungen) für alle unteren Klassenstufen bereitstellen.

 Zusätzliche fördernde und fordernde Angebote an unserer Schule:

 JeKI-Unterricht

JeKi-Förderung am Nachmittag

Kooperation mit dem Literaturhaus

Kooperation mit dem Kinderbuchhaus

Mathematische Fragestellungen für Jahrgang 3 und 4 am Vormittag

Mitarbeit in der Kinderkonferenz am Vormittag

Mitarbeit im Büchereiteam am Vor- und Nachmittag

Ohrlotsen der Motte am Nachmittag

Philosophieren am Vormittag

Training für den Zehntelmarathon am Nachmittag

TuSch (Theater und Schule)

Chor, Schulband, Orchester, sing a song

 

Aktualisiert: 01. April 2017