Die dritten Klassen

Berichte aus dem Jahr 2017

Unsere Reise zum Planeten Willi 

– Die Klasse 3d im Kinderbuchhaus –
Willi ist ganz besonders. Er kommt von einem anderen Planeten, wo Menschen lustig, trotzig, kuschelig, hungrig und langsam sind. Weihnachtslieder hören sie das ganze Jahr über und sie tanzen gerne. Musik ist sowieso ganz wichtig! Die macht Willi gerne selber, indem er auf Kochtöpfen, der Katze oder Papas Auto trommelt.
Willi wird von den Erdenmenschen oft schräg angeguckt oder sogar gehänselt. Das macht ihm nicht viel aus. Vielleicht verwechseln sie ihn auch nur mit einem Minion? Die Ähnlichkeit ist verblüffend.
Was sich für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3d leicht und fröhlich anhört, ist für die Erdenfamilie von Willi eine Berg- und Talfahrt der Gefühle. Willi hat eine Behinderung, die sich Trisomie 21 nennt. Willis Mama, Birte Müller, hat ein Buch darüber geschrieben und gemalt, das sie uns heute mit allen schönen, berührenden, traurigen und lustigen Seiten vorstellt. Die Schülerinnen und Schüler hören und sehen gespannt zu, denn irgendwie kennen sie die großen und kleinen Gefühle, von denen Birte Müller erzählt. Ja, ein wenig wie Willi sind wir wohl alle.

Kunstprojekt

Beim Kunstprojekt „Kunst auf der Fußleiste“ kamen die Außerirdischen auf die Erde und hinterließen geheimnisvolle Spuren, Botschaften und Zeichen.
Die Klasse 3c fertigte unter der Leitung von B. Püschel aus Abfallmüll ihre kleinen Botschaften an und verteilte sie im Schulgebäude.
Die Größe der künstlerischen Objekte sollte ungefähr einer Fußleistengröße entsprechen, markantes Erkennungszeichen war leuchtendes Kreppband.
Nach eingehender Beratung entwickelten die SchülerInnen ein eigenes Ausstellungskonzept –allein oder in der Gruppe.
Dem Platzieren der Objekte im Schulgebäude gingen hitzige Debatten voraus, es ergaben sich auch mit den anderen Schülern, Eltern  und Lehrern interessante Gespräche über das Weltall, über Planeten, Roboter und der künstliche Intelligenz.
Sehen Sie hier eine Auswahl einiger Objekte:

Berichte aus dem Jahr 2016:

Am 25.4.16 fand in diesem Jahr der Lesewettbewerb für die 3. Klassen statt.
Die Kandidatinnen lasen nach 10 minütiger Vorbereitungszeit aus dem Kinderkrimi „Rudi, Ratte und 3 Freunde“ von Dagmar Geisler vor, das auch zum Weiterlesen und Ausleihen in unserer Schülerbibliothek zur Verfügung steht. Das Publikum lauschte aufmerksam und spendete begeistert Beifall. Zu gewinnen gab es interessante Bücher für die teilnehmenden Kinder und jeweils ein Wissensbuch als Klassenpreis. Zwei Kinder des Bücherei-Teams moderierten die Veranstaltung. Die Jury, bestehend aus unseren ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, der Schulleiterin und zwei Kindern, hatte keine leichte Aufgabe.
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PROJEKT ‚Formen unsichtbarer GEWALT?‘

Im Januar 2016 hat die Klasse 3d von Frau Naumann in Zusammenarbeit mit der Kunstlehrerin Frau Püschel sich zunächst im Gespräch und dann schriftlich mit der Frage beschäftigt, welche anderen Formen von Gewalt es gibt als die körperliche Gewalt, die meistens sichtbare Verletzungen hinterlässt. Die Schüler haben persönliche Beispiele und Beispiele aus den Medien besprochen. Dabei war es manchmal gar nicht so leicht zwischen körperlicher Gewalt und anderen Gewaltformen zu unterscheiden, denn nicht alle Folgen körperlicher Gewalt sind sichtbare, äußerliche Wunden und natürlich hat körperliche Gewalt auch seelische Verletzungen zur Folge. Das heißt Verletzungen des Körpers und der Seele hängen zusammen.

Was ist ‚seelische Gewalt‘ für uns?

Um zu klären, was Formen ‚seelischer Gewalt‘ sind, haben die Schüler aufgeschrieben, welche Dinge sie innerlich verletzen. Im anschließenden Gespräch haben wir besprochen, ab wann eine Verletzung seelische Gewalt ist. Ist es zum Beispiel Gewalt, wenn jemand nicht mehr mit einem befreundet sein will? Wir mussten aussortieren, denn nicht jede Verletzung der Seele ist Gewalt.  Gibt es einen Gradmesser für Gewalt?
Anschließend haben wir folgende Formen ‚seelischer Gewalt‘ für uns festgehalten:

Du gehörst nicht dazu!

Du gehörst nicht zu uns!

Du bist Luft für mich/ uns!

ausgegrenzt, ausgeschlossen und ignoriert werden,

falsche Beschuldigungen, üble Nachrede, lästern, Mobbing

Du bist falsch!
Du siehst komisch aus!
Du Zwerg!
Du Fettsack!
Du bist dumm!
Du Dummkopf!
Du bist eine Zicke!
Du bist uncool!
Wer sieht denn schon durch dunkle Augen?
beleidigt werden wegen des Äußeren (Größe, Hautfarbe,…), der Herkunft oder beschimpft werden

 

Du kannst hier nicht weg! eingesperrt werden

Die Folgen dieser Gewalt sind vielleicht nicht von außen sichtbar, wie die der körperlichen Gewalt, aber vom Gefühl her „hat derjenige ein Loch im Herz“ (Felix, 9 Jahre). Folgen dieser Gewalt sind Verletzungen der Seele, die manchmal nicht so schnell heilen. Das Fazit unseres Gesprächs war, dass seelische Gewalt genauso brutal sein kann wie körperliche Gewalt: Gewalt bleibt Gewalt, bleibt Gewalt… und ist schlecht! Aber dadurch, dass seelische Gewalt weniger sichtbare Spuren hinterlässt als körperliche Gewalt, ist es schwerer sie ‚dingfest‘ bzw. nachweisbar zu machen.

Um die Formen von Gewalt sichtbar zu machen und zu dokumentieren, bedienten wir uns des künstlerischen Mediums Fotografie. Jedem Kind wurde eine selbstgewählte Form seelischer Gewalt mit Theaterschminke ‚ins Gesicht geschrieben‘ und es wurden Portraitfotos inszeniert.
„Im Deutschunterricht haben wir (anschließend) formuliert, was uns verletzt. Im Kunstunterricht haben wir die Augen zugemacht und gekuckt, welche Farben wir sehen und dann haben wir die Farben aufgemalt.“ (Henrike, 8 Jahre)

FARBBILDER GEFÜHLE:

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