Schulische Differenzierungs-/Förder- und Fordermaßnahmen

FÖRDERKONZEPT

der Schule Bahrenfelder Straße

  1. Ausgangssituation an unserer Schule

Wir sind eine Grundschule mit derzeit siebzehn Grundschulklassen, zwei Vorschulklassen und dem KESS-Faktor 4. In diesem Schuljahr besuchen 435 Schüler*innen unsere Schule. Vor vielen Jahren galten wir noch als eine zweizügige ´Zwergenschule´ im bunten Stadtteil Ottensen mitten in Altona.

Auch wenn wir mittlerweile deutlich gewachsen sind und nun bereits vier vierzügige Klassenstufen und einen fünfzügigen Jahrgang verantworten, liegt es uns weiterhin am Herzen, die persönliche und sehr familiäre Atmosphäre an unserer Schule beizubehalten.

Zwei großzügige und grüne Schulhöfe teilen wir uns mit der KiTa der Schule und dem GBS-Bereich, die mit vielen Freiflächen für die Pausen zum Bewegen und Spielen einladen.              

Seit dem Schuljahr 2013/14 bieten wir eine ganztägige Bildung und Betreuung (GBS) an. Die Kinder haben von 8-13 Uhr verlässlichen Unterricht und können darüber hinaus bis 16 Uhr kostenfrei betreut, gefordert  und gefördert werden. Ein gesundes Mittagessen wird den Kindern angeboten und unterstreicht das gemeinsame Miteinander. Wer vor dem Unterricht, nach 16 Uhr oder in den Ferienzeiten weitere Betreuungsmöglichkeit benötigt, kann diese über das Schulbüro beantragen.

Unser Kollegium hat sich in den letzten Jahren deutlich verjüngt und vergrößert. Dabei profitieren wir von dem generationsübergreifenden Erfahrungswert der Kolleg*innen. Sowohl im Jahrgangsteam als auch stufenübergreifend in Fachkonferenzen beraten und begleiten wir uns gegenseitig und finden kollegiale Absprachen und treffen uns in regelmäßigen Teamzeiten im Jahrgangsteam.

Zweiundvierzig engagierte Kolleginnen und Kollegen und drei Honorarkräfte diskutieren, erproben und verändern immer wieder das schulische Leben, um allen Kindern unseres lebendigen und toleranten Stadtteils bestmöglich und vielfältig zu begegnen und gerecht werden zu können.

Wir verstehen uns als ´Eine Schule für alle´ Kinder und bauen unser pädagogisches Prinzip auf das hanseatische Motto ´Gemeinsam in einem Boot´.

Als alles>>Könner-Schule haben wir uns entschieden, unser Schüler*innen kompetenzorientiert zu unterrichten und von beliebigen Ziffernnoten abzusehen. Wir möchten die Kinder dort abholen, wo sie stehen und mit ihnen erreichbare und doch anspruchsvolle Lernziele absprechen und einlösen.

Dem Kollegium unserer Schule ist es schon seit Jahren wichtig, eine enge Vernetzung zwischen Elternhaus, Schule und GBS zu praktizieren. Wir sind uns darüber im Klaren, dass eine ´Schule für alle Kinder´ nur gelingen kann, wenn sowohl Kinder, Lehrer*innen, Erzieher*innen als auch Eltern gemeinsam und frühzeitig einen auf engem Vertrauen basierenden Kontakt aufnehmen und über die vier bzw. fünf Schuljahre aufrecht erhalten. Denn schulische Fördermaßnahmen können besonders gelingen, wenn das Elternhaus hinter den Vereinbarungen steht und diese unterstützt.

Die enge Zusammenarbeit mit den Eltern und unser pädagogischer Auftrag bilden somit den Grundstein für eine gelingende Inklusion an unserer Schule. Zudem gewährleisten die schulischen Rahmenbedingungen – wie Ressourcen, Lehrer*innenstunden,  frühzeitige Diagnose, Fortbildung und Organisation der Fördermöglichkeiten  – ein vielfältiges Lernen und Lehren im Rahmen der von der Schulbehörde vorgesehenen Möglichkeiten.

Dieser vierte und überarbeitete Entwurf des schulinternen Förderkonzeptes entstand in Verantwortung der Förderkoordinatorin, welche in Personalunion auch Sprachlernberaterin der Schule ist, und einiger ausgewählter Fachlehrer*innen und einer Sonderpädagogin  in enger Absprache mit der Schulleitung und dem Kollegium. Seit dem 1.8.2021 ist Carola Sahlmann Förderkoordinatorin unserer Schule.

Vorliegende schulische Fördermaßnahmen

Sprachförderung §28

Als Grundbausteine der Sprachförderung an unserer Schule dienen die klassischen Elemente der ´Durchgängigen Sprachförderung´ und der ´Additiven Sprachförderung´. In Anbetracht der geringen Sprachförderzuweisungen – vor allem nach Veränderung des KESS-Faktors von 3 auf 4 im Jahr 2013 – und zudem der von uns wahrgenommenen Sinnhaftigkeit versuchen wir die integrierte Förderung im Regelunterricht zu berücksichtigen. Mithilfe von gezielter und themenbezogener Wortschatzarbeit, kooperativen Arbeitsformen, offenen Aufgabenformaten, klarer Lehreransprache und vielfältigen Differenzierungsmaterialien zusätzlich zu den gängigen Lehrwerken, begegnen wir den unterschiedlichen Sprachniveaus der Kinder in allen Fächern.

Darüber hinaus organisieren wir die zusätzliche Lernzeit parallel zum Regelunterricht und bemühen uns in jedem Schuljahr den Bedarfen der Kinder und den zugewiesenen Ressourcen möglichst gerecht zu werden. Dabei berücksichtigen wir den Aspekt der ´Überförderung´ eines einzelnen Kindes als Form der Überforderung bei zu vielen gleichzeitigen Förderschwerpunkten. In Fall- und Zeugniskonferenzen wird über die Förderbedarfe und das Lernvermögen der einzelnen Kinder abgestimmt.

Ab der ersten Klasse findet eine integrierte Förderung statt, die so früh wie möglich im Klassenverband erfolgt. Zwei Basis-Differenzierungsstunden in der Woche werden jeder Klasse zugedacht. Eine Differenzierungslehrkraft begleitet einzelne Schüler*innen, die Schwierigkeiten im Lautieren/später Schreiben und Lesen haben. Wenn möglich ist die Differenzierungslehrperson mit der Klasse als Fachlehrer*in vertraut. Ziel dieser Entscheidung ist der präventive Charakter der Sprachförderung. Die Kinder bleiben frei von jedem Stigma in der gewohnten Gruppe und haben die Chance im Regelunterricht besonders begleitet und gefördert zu werden. Auf diese Weise kann eine kooperative Förderung stattfinden, die den Grundstein zur Sprachförderung in den folgenden Klassenstufen legt.

Seit dem Schuljahr 2016/17 findet in allen Klassenstufen eine integrative Differenzierung im Klassenverbund statt. Wir haben uns als Schule dafür entschieden, dass die Förderung und Forderung aller Kinder jederzeit integrativ im Regelunterricht stattfinden muss. Auf diese Weise verzichten wir auf zeitkostende Wegezeiten, profitieren davon, dass zwei Lehrer*innen zur selben Zeit auf die Bedürfnisse der jeweiligen Schüler*innen eingehen können und ermöglichen eine Unterstützung im gewohnten Setting zu denselben Lehrinhalten der Klassengemeinschaft.

Ab der zweiten Klasse werden Kinder, welche im HSP (Hamburger Schreibprobe) und/oder SWLT (StolperWörterLesetest) mit Prozentrang 10 und darunter abschneiden, besonders in den Blick genommen und gesondert im Klassenverband gefördert. Seit dem Schuljahr 2018/19 orientieren wir uns zusätzlich an dem Schnabel-Test und dem Richtwert von 15% und darunter. Für diese Kinder wird ein Individueller Förderplan angelegt, welcher in einer Differenzierungsmappe für alle Lehrer*innen der Klasse im Klassenraum zur Verfügung steht. Das Differenzierungsteam behält die kritischen Leistungen der Kinder über dem Prozentrang 10 bzw. 15 mit den jeweiligen Klassenlehrer*innen im Blick. Die Differenzierungsstunden für die zweiten Klassen finden ebenfalls überwiegend integrativ im Regelunterricht statt.

In der dritten und vierten Klasse gelten die gleichen Voraussetzungen für den Differenzierungsbedarf, wie in der zweiten Klassenstufe. Jedoch finden einige additive Differenzierungsstunden parallel zum Regelunterricht statt. Gruppen von max. sechs Kindern werden im Bereich der Sprachförderung an zwei Tagen in der Woche additiv von zwei Honorarkräften gefördert. Diese besonderen Stunden werden unberührt vom Vertretungsplan gesteckt und ermöglichen den Schüler*innen eine kontinuierliche Differenzierung unabhängig von der generellen Vertretungssituation in unserer Schule.

Die Umsetzung orientiert sich am Hamburger Sprachfördermodell.

Je nach Anzahl der sprachförderbedürftigen Schüler*innen und deren Förderschwerpunkten (Lesen und/oder Rechtschreiben) überdenken wir im Differenzierungsteam zu jedem Halbjahr, ob jahrgangsübergreifende oder schwerpunktbezogene Differenzierungsgruppen eingerichtet werden.

Der Sprachförderunterricht wird von unterschiedlichen Lehrkräften durchgeführt. Dabei kann nicht immer berücksichtigt werden, dass die Lehrer*innen die Kinder aus dem Deutschunterricht kennen oder in unterschiedlichen Differenzierungsstunden dieselbe Lehrkraft die Schüler*innen begleitet.

Rechtschreibförderung

Nach der pädagogischen Maxime von Dr. Peter May besteht auch an unserer Schule das Projekt Lesen und Schreiben für alle (PLUS). Die Hamburger Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung führte 1994 mit dem PLUS für alle Schulen ein neues Konzept zur präventiven, integrativen und kooperativen Förderung von Kindern mit Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben an den Grundschulen ein. Danach sollen die Kinder so früh wie möglich (präventiv) und möglichst innerhalb der Klasse (integrativ) gefördert werden.

Werden bei einem Kind Schwierigkeiten im Bereich der Rechtschreibung erkannt, ist es zunächst Aufgabe der Deutschlehrer*innen möglichst präventiv gezielte Fördermaßnahmen im Unterricht anzulegen. Entsprechend des individuellen Lernniveaus kann eine gesonderte Rechtschreibförderung nötig werden. Neben klassischen Lautierungs- und Rechtschreibübungen können weitere Aufgaben relevant werden. Dazu gehören Konzentrationsaufgaben zur Merkfähigkeit, die Vermittlung von individuellen Arbeitsstrategien, die Förderung des selbstständigen Lernens und Arbeitens, die Erweiterung der motorischen Leistungen, die Entwicklung der sprachlichen Fähigkeiten,  aber auch die Förderung der auditiven und visuellen Wahrnehmung.

Um die Entwicklung der Rechtschreibkompetenz unserer Schüler*innen bestmöglich anleiten und fördern zu können, haben wir uns zum Ziel gesetzt, zukünftig folgende Prinzipien eines systematischen und vielseitigen Rechtschreibunterrichts verbindlich anzuwenden:

Klasse 1:

Die Basis für einen sprachsystematischen Ansatz (s. Handreichung; S. 31/32) wird gelegt:

  • Erforschung der Silbenstruktur
  • Erarbeitung der Voraussetzungen
    • Wörter verlängern: ´Denke nie über ein einsilbiges Wort nach! ´
    • Wörter in Sprechsilben gliedern
    • Schreibsilbe untersuchen
    • Unterscheidung der sogenannten kurzen und langen Vokale
    • Anfangs- und Endbausteine erkennen und abtrennen
  • Erarbeitung des ausgewählten Grundwortschatzes für Klasse 1

Im Schuljahr 2015/16 arbeiten wir einheitlich mit dem Lehrwerk Flex und Flora. Wir erhoffen uns von diesem Lehrwerk eine strukturiertere Einführung der Buchstaben in Klasse 1 als in unserem bisherigen Lehrwerk ´Konfetti ´. 

Zudem bietet „Flex und Flora“ eine aufbauende Einführung und Bearbeitung der grundlegenden Rechtschreibphänomene in den weiteren Klassenstufen. Das gemeinsame Nachdenken über Rechtschreibung wollen wir auf regelmäßig stattfindenden Rechtschreibkonferenzen verankern. Langfristiges Ziel ist es,  über einen Fundus von nach Rechtschreibphänomenen geordneten Materialien zur Förderung und Forderung zu verfügen. Auch hierfür bietet Flex und Flora bereits erste Grundlagen.

Klasse 2/3/4:

  • Rechtschreiblernen nach sprachsystematischen Phänomenen (festgelegt für jeden Jahrgang)
  • Erarbeitung des ausgewählten Grundwortschatzes  für die jeweilige Klassenstufe
  • Jahrgangsspezifisches Diktattraining

Für alle Klassenstufen und deren Regel- und Differenzierungsunterricht haben wir im Kollegium und auf der Fachkonferenz vereinbart, dass wir ab dem Schuljahr 2015/16 einheitliche Begriffe und Farben für Vokale, Konsonanten, offene und geschlossene Silben, Wortarten  und  Artikel verwenden.  Hierzu entwickelt die Fachschaft Plakate, die den Klassen und dem Sprachförderbereich zur Verfügung gestellt werden. Zudem werden wir zukünftig einheitliche Symbole für die genannten Rechtschreibphänomene benutzen.  Mit dieser Vereinheitlichung erhoffen wir uns auch bei Lehrerwechsel und Vertretungssituationen ein fortlaufendes Regelwerk als gute Basis für einen fundierten Rechtschreibunterricht.

Leseförderung

Als Grundschule und besonders als Literaturschule (2008) ist für uns die Förderung der Lesekompetenz ein zentraler Bereich des schulischen Lebens und Lernens.

Unser Ziel ist, dass Schülerinnen und Schüler Bücher und Texte auf vielfältige und lebendige Weise erleben können und gleichzeitig erfahren, dass das Lesen selbstverständlicher Teil des Lernens und ihres Lebens ist.

Als eine Schlüsselkompetenz lernen und üben sie, Texte als grundlegende Informationsquelle zu nutzen. Darüber hinaus kommen die Kinder  über das Lesen in Kontakt mit Fragen des sozialen Miteinanders. Sie informieren sich zu Sachthemen, über soziale Themen, andere Menschen und Kulturen. Sie tauschen sich aus, erweitern ihre kommunikativen und sachbezogenen Fähigkeiten, sie tauchen ein in eine Welt der Gedanken und der Fantasie. Hier entdecken sie eine Quelle für etwas, das mit ihnen selbst zu tun hat, mit ihren Gefühlen, ihren Vorstellungen vom Leben und ihrer Kreativität.

Viele Kinder haben zu dieser Welt spontanen Zugang, andere lernen sich selber und andere mit der Zeit  Stück für Stück besser kennen und verstehen.

Um die Lesekompetenz der Kinder zu fördern, laden wir die Schüler auf unterschiedlichste Weise zum Lesen ein und vermitteln ihnen durch viele verschiedene Leseanreize die Freude an Büchern.

In den Pausen stehen den Kindern in der Pausenhalle ´Bücherkisten´ mit gespendeten Lese- und Bilderbüchern und Kinderzeitschriften zur Verfügung, zudem ist unsere Bücherei während der Pausen überwiegend geöffnet.

In Kooperation mit den Hamburger Bücherhallen und der schulbibliothekarischen Arbeitsstelle stehen den 1. und 2.Klassen Bücherkisten in ihrem Klassenraum zur Verfügung.

Lesetandems

Zum Schuljahr 2015/16 haben wir erdacht, dass die Leseförderung in Form eines Lese-Tandems im Regelunterricht gefördert werden soll. Die Idee basiert auf dem mehrmaligen Training zu zweit innerhalb des Klassenverbandes. Dreimal in der Woche finden sich die Tandems im Klassenverbund zusammen, um 15 Minuten lang miteinander zu lesen. Die Tandems ergeben sich durch die Evaluation der Stolper-Wörter-Lese-Testungen (SWLT). Nach einem Mittelwert werden zwei Kinder miteinander kombiniert, die voneinander profitieren können. Dabei ist ausschließlich deren Lesekompetenz entscheidend und nicht deren soziale Bindung. Auch wenn zunächst die Förderung der Leseflüssigkeit im Zentrum dieses Trainings steht, so erzielt eine gesicherte Leseflüssigkeit langfristig auch eine Erschließung des Inhalts. Ebenso entscheidend ist auch der Zuwachs der Zuhörkompetenz.

Um dieses Training in allen Klassen zu ritualisieren, haben die Sonderpädagogin und die Förderkoordinatorin motivierende Lesekisten zusammengestellt und diese fortlaufend aufgestockt Im Schuljahr 2019/20 wurde eine hohe Summe investiert, um für alle Klassenstufen und die erweiterte Klasse e einen Zuwachs an Lesetandembüchern zu sichern.

 Das silbische Lesen ist vor allem in der Klasse 1 Voraussetzung für die Auswahl der Lesehefte und Bücher.

Verbindlich wird das Lesetraining ab Mitte der ersten Klasse dreimal 15 min. in der Woche zu festgelegten Zeiten durchgeführt. Die Ziele des Lesetrainings sind auf einem Paper im Anhang  zu finden.

ZIELE des Lesetrainings:

  • Leseförderung findet im Regelunterricht ritualisiert und dadurch beständig statt
  • Verbesserung der Leseflüssigkeit als Grundlage des sinnentnehmenden Lesens
  • Automatisierung der Lesetechnik
  • Einüben der Sozialform ‚Partnerarbeit‘ als Soziales Lernen

Als Grundlage dienen die Ergebnisse des letzten SWLT. Die erwählten Partner lesen immer im vorgegebenen Lesetandem!

Das Tandem erhält zwei identische Texte angepasst an das Leseniveau des schwächeren Lesers aus der bereitgestellten Lesekiste.

Beide Leser benutzen IMMER den Finger zum Mitlesen (Prinzip: Dein Finger leitet dein Auge!).

Trainer und Sportler lesen halblaut den Text parallel (einen Satz/Absatz/Seite, je nach Lesevermögen).

Auf ein verabredetes Zeichen liest der Sportler alleine weiter ODER den gemeinsam gelesenen Text alleine noch einmal laut vor (Trainer liest mit dem Finger im eigenen Text mit und unterstützt: „Halt! Versuch noch einmal. Lies noch einmal genau, ….“).

Die Traineraufgabe besteht vor allem durch die Vermittlung von positiver Bestätigung, Lob und Motivation.

Ein ausgearbeitetes Paper zu allen wichtigen Schritten und Zielen des Lesetandems findet sich im Anhang des Förderkonzeptes.

Klassenbibliotheken

Seit dem Schuljahr 2017/18 haben wir nahezu alle Bücher aller Klassen gesammelt, deren Zustand geprüft und sie um Bücherspenden ergänzt. Die Bücher wurden nach Jahrgängen und Kompetenzstufen sortiert und neu an alle Klassen verteilt. Somit wollten wir die Lesemotivation durch regelmäßigen Büchertausch und den Kompetenzen der Kinder angemessenem Lesestoff steigern.

Seitdem verfügt jede Klasse über eine große und umfangreich ausgewählte Anzahl von Büchern. Zum Halbjahr werden die Klassenbibliotheken mit einer Parallelklasse ausgetauscht. Zum beginnenden Schuljahr erhält jede Klasse eine neue Klassenbibliothek, welche sich wie selbstverständlich durch Spenden vergrößert. Diese wird oft auch für die Lesetandemzeit genutzt und ist sehr gefragt.

Leseraupe

Ab dem Zeitpunkt, zu dem die Kinder lesen können, entsteht in jeder Klasse eine farbige Leseraupe an der Klassenwand, die mit dem Lesepensum der Klasse wächst. Diese Leseraupe steigert mit jedem Glied – in welchem der Buchtitel, das Datum und der Name des Lesers notiert werden – die Lesemotivation der Kinder und fordert die Schüler*innen heraus, ihr Gelesenes zu präsentieren und neue Bücher kennen zu lernen.

Leseeltern

Regelmäßig können wir Mütter und Väter oder Großeltern, deren zeitliche Planung es ermöglicht,  aus verschiedenen Klassen dafür gewinnen, sich am Vormittag mit einer kleinen Klassengruppe zum gemeinsamen Lektürelesen in der Bücherei zu treffen und über das Gelesene auszutauschen. In der Regel bestehen diese kleinen Gruppen aus Kindern, denen das selbstständige Lesen und Verstehen der Lektüre noch schwer fällt, entweder weil sie in ihrem Leselernprozess noch am Anfang sind oder weil sie im Verständnis der deutschen Sprache noch Unterstützung brauchen. Lesen und gegenseitiges Vorlesen oder Vorlesen durch den Erwachsenen wechseln sich hier ab. Es gibt genug Zeit für Fragen und Erklärungen. Diese Zeiten sind bei den Kindern und auch den betreuenden Eltern oder Großeltern sehr beliebt.

Zudem können Klassenlehrer*innen vor allem in den ersten beiden Schuljahren Eltern gewinnen, die sich in der Eingangszeit zwischen 8 Uhr und 8:30 Uhr mit einzelnen Kindern zum Lesen verabreden und in dieser individuellen Zeit lesebegeisterte und wenig motivierte Kinder mit dieser speziellen Form der Zuwendung zu fordern und zu fördern.

Lesewettbewerbe

Mit Winterbeginn veranstalten wir seit 2008 jedes Jahr Lesewettbewerbe, bei denen die Kinder selbst gewählte oder vorgegebene Texte vorlesen. Jede Klasse der Jahrgänge 2-4 beteiligt sich mit 2-3 Schüler*innen an dieser Jahrgangsveranstaltung. Die Klasse wählt gemeinsam die Teilnehmer*innen aus, die die Klasse repräsentieren.

Eine Jury entscheidet über die Reihenfolge der Gewinner. Sie setzt sich aus Kindern des Bücherei-Teams, ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und dem Schulleiter zusammen. Durch die Veranstaltung führen Kinder des Bücherei-Teams.

Alle Kinder des Jahrgangs versammeln sich in der Bücherei, um zuzuhören. Mit viel Freude sind alle Kinder bei der Sache. Am Ende gibt es eine feierliche Überreichung der Urkunden für die Teilnehmer, der Klassenpreise und kleiner Anerkennungen.

Die Kinder erleben hier, wie viel Spaß es macht, Texte vorzutragen, dass es Mut und auch Ermutigung braucht und wie gut es sich anfühlt, die Anerkennung eines großen Publikums für eine Leistung zu bekommen. Die Zuhörer erleben sich als faire Unterstützer, lernen unterschiedliche Vortagsweisen kennen und konzentriertes Zuhören. Bei vielen entstehen hier die Lust und der Mut, es im nächsten Jahr selbst auch als Teilnehmer zu versuchen.

Die Bücherei

Wir haben eine aktuelle, wachsende Büchersammlung von etwa 1.000 Büchern in unserer  Ausleihbücherei, die für jedes Alter, für viele Interessen und auf ganz unterschiedlichen Lesestufen die passende Lektüre zu bieten hat.

Die Kooperation mit der schulbibliothekarischen Arbeitsstelle ermöglicht uns -durch den regelmäßig stattfindenden Tausch jeweils eines Drittels der Bücher – in der Bücherei über einen aktuellen, neuwertigen Bücherbestand zu verfügen.

Unsere Bücher sind in Anlehnung an die Systematik der Bücherhallen organisiert. Die Kinder lernen das Ordnungssystem kennen, sich zu Recht zu finden und können dieses Wissen dann auch in den Bücherhallen nutzen.

Täglich gibt es Ausleih- und Lesezeiten am Vormittag im Unterricht, während der Pausen und nach der Schule – betreut von Lehrer*innen und fachlich versierten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen.

Die Bücherei ist so eingerichtet, dass sich die Kinder dort entspannt zum Lesen aufhalten können: große Kissen, ein Lesepodest, helle Farben, ein schöner Teppichboden geben dem Raum  eine freundliche Ausstrahlung. Die Bücherei ist ein sogenannter ´Leiseraum‘:  Die Kinder können ruhig und konzentriert lesen oder sich leise miteinander austauschen.

Um das Zentrum der Bücherei herum finden im Unterricht, am Nachmittag und in Projekten zahlreiche Aktivitäten zum Lesen und Vorlesen sowie ein Kurs im kreativen Schreiben statt.

Es gibt für alle Klassen im Stundenplan Zeiten für kleine Lesegruppen und Einzelbetreuungen von Kindern.

Ehrenamtliche Helfer*innen

Seit vielen Jahren haben wir das Glück, dass uns vier bis fünf ehrenamtliche Helferinnen rund um das Lesen und die Bücherei mit viel Engagement, Kompetenz und vielfältigen Angeboten unterstützen. Der Einsatz reicht von notwendigen Ordnungsaufgaben über Bücherauswahl, Vorbereitung von Renovierungen, Spenden bis hin zu Ausleihe, Unterstützung von Lesewettbewerben und dem Tag der offenen Tür, Lesezeitenbetreuung und konkreten Angeboten von Kleingruppen und einzelnen Kindern mit besonderem Förderbedarf.

Hierbei ist zum einen das konkrete Lesetraining von Bedeutung, aber für eine Reihe von Kindern geht es zum anderen auch darum, diese durch zugewandtes Vorlesen zu stärken und ihnen ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken.

Dank dieser Mitarbeiterinnen können wir unsere Angebote rund um die Bücherei zuverlässig durchführen und sie zu einem wichtigen Zentrum unserer Schule entwickeln.

Aus Sicht unseres Kollegiums sollte diese Aufgabe jedoch eine unmittelbar schulische sein. Wir halten es für dringend erforderlich, dass für das Betreiben und die Koordination einer Bücherei jeder Schule ausreichend Stunden und Gelder zur Verfügung stehen! Ansonsten bleibt diese wichtige Chance zur Leseförderung für alle (gerade auch unter dem Aspekt GBS) dem Zufall überlassen – mit Vorteil für die Schulen, die einen eher ´populären´ Standort haben und deshalb leichter von Unterstützenden ´gefunden´ werden.

Antolin

Unsere Schule nutzt das Antolin-Angebot, um die Lesefreude der Schüler*innen optimal zu begleiten und den Kindern eine weitere Lesemotivation auch außerhalb der Schulzeiten zu ermöglichen. Mithilfe des Online-Prinzips von Antolin können die Kinder mit Rücksicht auf ihre individuellen Lernstufen Leseerfahrungen sammeln und dabei Erfolge spüren. Nicht zuletzt ermöglicht es den Lehrer*innen Einblicke in die diagnostischen Fähigkeiten der Kinder und kann diese somit im Unterricht gezielter begleiten.  Sobald eine Klasse in das Antolin-Leseprogramm eingeführt ist, können die Kinder der Klasse dieses auch zu Hause weiter bearbeiten.

Deutsch als Zweitsprache

Kinder mit Migrationshintergrund und nicht ausreichenden Deutschkenntnissen sollen im Regelunterricht unterstützt werden. Die Differenzierungslehrer*innen haben die Aufgabe, Wortschatz, Artikulation und Aussprache der Kinder bewusst und aktiv zu fördern. Der Sprachförderraum bietet vielfältige Sprechanlässe und motiviert das sprachorientierte Lernen der Kinder unterschiedlicher sprachlicher Herkunft. Daneben werden die bereits genannten Aspekte der Sprachförderung praktiziert, um die Kinder für den Regelunterricht stark zu machen und ihnen die Möglichkeit zu geben, den Anschluss trotz sprachlicher Barrieren zu bewältigen.

Förderung von Kindern ohne Deutschkenntnissen

Immer öfter nimmt unsere Schule Kinder ohne Deutschkenntnisse auf, welche zum Teil auch noch keine Sozialerfahrung in schulischen Einrichtungen erfahren haben. Die Hamburger Schulbehörde sieht vor, dass Schulen zweimal im Jahr pro betroffenes Kind zwei WAZ beantragen können. Die Schüler*innen werden gegebenenfalls in jahrgangsübergreifenden Kleingruppen unterrichtet und nach Möglichkeit im Regelunterricht mit gesondertem Material unterstützt.

Herkunftssprachlicher Unterricht

Türkisch ist die an unserer Schule am häufigsten gesprochene Sprache nach Deutsch.  Da an unserer Schule vier türkischsprechende Kolleg*innen agieren, erhält diese Sprache einen ernstzunehmenden Raum und erlaubt eine sichtbare Verankerung in unserem Schulleben. Wir wissen um die Wichtigkeit und die Schlüsselfunktion der Erstsprache. Schüler*innen, welche einen türkischen Hintergrund besitzen, erhalten parallel zum Regelunterricht Türkischunterricht.

Da der Türkischunterricht klassenübergreifend, aber jahrgangsgebunden, stattfindet, ist ein angenehmes, differenziertes und produktives Arbeiten in kleinen Gruppen von maximal 10 Kindern möglich. Der muttersprachliche Lehrer kann auf einzelne Kinder individuell eingehen und ihren Lernprozess sinnvoll begleiten. Im Türkischunterricht werden die Inhalte und Themen des Deutschunterrichtes bedacht und möglichst parallel auf Türkisch vermittelt und unterstützt.

Da Kinder mit türkischem Migrationshintergrund oft geringe Möglichkeiten haben ihre Sprache, Kultur und Tradition im Schulvormittag zu integrieren, übernimmt der Türkischunterricht einen wichtigen Stellenwert zur Identifikationsfindung und – Reifung in diesem Prozess. Nicht zuletzt werden neben dem Erlernen der Schriftsprache, des mündlichen Sprachgebrauchs und des Lesens Feste, z.B. unser Kinderfest, gefeiert. Die Kinder erleben ihren kulturellen Hintergrund als erfahrbar und haben die Chance diesen mit allen Kindern und Lehrer*innen der Schule zu zelebrieren.

Auch andere Sprachen werden an unserer Schule durch Kolleg*innen zunehmen vertreten. So haben wir z.B. auch Kolleginnen, die sehr versiert im Spanischen sind. Zeitweilig gab es bei uns auch ein spanischsprachiges Zusatzangebot, welches extern ehrenamtlich organisiert worden war.

Theaterunterricht

Die Praxis des Theaterunterrichts verläuft in einem steten Wechsel von Wahrnehmen, Gestalten, Präsentieren und Reflektieren. Der Unterricht fördert den Aufbau verschiedener Fachkompetenzen. Dazu gehören reflexive Kompetenzen (Theater begreifen), ebenso wie Gestaltungskompetenzen (Theater spielen) und kommunikative Kompetenzen (Theater reflektieren). Neben dem Aufbau dieser fachlichen Kompetenzen fördert Theaterunterricht eine Vielzahl  allgemeiner Fähigkeiten, welche nicht nur für das ‚Zusammenspiel‘ im Theaterunterricht und bei Präsentationen im Theaterbereich wichtig sind, sondern welche gerade für Kinder mit sprachlichen oder sonderpädagogischen Förderbedarfen eine ganzheitliche Unterstützung darstellen können. Theaterunterricht bietet in besonderer Weise die Möglichkeit, für einen spielerischen Zugang zu Sprache und Ausdruck. Die Schüler erproben  auf ganzheitliche Weise in unterschiedlichen Sprechsituationen die Möglichkeiten ihres sprachlichen Ausdrucks. Im Spiel trainieren sie ihren Wortschatz, den adäquaten Einsatz von Körpersprache (Mimik und Gestik), das sichere sprachliche Auftreten, sowie das Verständnis für nonverbale Äußerungen. Somit ist Theaterunterricht immer auch Kommunikations- und Sprachförderung und kann zu einer Förderung des (sprachlichen) Selbstbewusstseins der Schüler beitragen. Auch die Zielsetzungen anderer Förderschwerpunkte, z.B. im Bereich der emotional-sozialen Entwicklung, weisen Übereinstimmungen zu den Zielsetzungen der Theaterarbeit auf. So fördern theaterpädagogische Übungen den Aufbau von Konzentrationsfähigkeit, die Entwicklung der Beziehungsfähigkeit und der Teamfähigkeit. Der Unterricht bietet die Möglichkeit, in einem geschützten Raum alternative Handlungsweisen auszuprobieren und Erfahrungen im Umgang mit erzeugten Wirkungen und Gefühlen beim Zuschauer zu machen. Andersrum lernen die Schüler*innen auch, den anderen Kindern ihre Gefühle zu deren Darbietungen adäquat zurückzumelden. Schüler*innen werden in ihrer Fähigkeit zur Perspektivübernahme gefördert und machen Selbstwirksamkeitserfahrungen; Sie werden in ihrer sozialen Phantasie angeregt.

Darüber hinaus bietet der Theaterunterricht die Möglichkeit, besonderen individuellen künstlerischen Begabungen, Anlagen und Talenten starker Schüler*innen Raum zur Entfaltung zu gewähren und deren Weiterentwicklung zu fördern. Starke Schüler*innen wachsen über sich hinaus, indem sie koordinierende Aufgaben oder anspruchsvollere Aufgaben (z.B. beim Verfassen von Texten, im dramaturgischen Bereich, im Bereich Technik oder Bühnenbild) übernehmen können und so in ihrer Selbstständigkeit gefördert werden. Theaterunterricht bietet somit besondere inklusive Möglichkeiten.

Unsere Schule hat mehrere Jahre am TuSch-Projekt teilgenommen. Nachdem diese Zeit endete, findet in unserem Jahrgang 2 immer ein besonderes Theaterprojekt statt, meistens in der Kooperation mit einem Hamburger Theater.

Mathematikförderung

An unserer Schule praktizieren wir eine integrative Mathematikförderung und passen unser einheitliches Lehrwerk MiniMax  für Klasse 1 bis 4 dem mathematischen Vermögen der Kinder immer wieder neu an.

In Jahrgangsteams treffen wir uns, um die Schwerpunkte der jeweiligen Schuljahre und deren Themen mit reichlich Zusatzmaterial (‚Einstiege‘ für leistungsschwächere und ‚Ausstiege‘ für leistungsstärkere Rechner*innen) orientiert an unseren Schüler*innen zu versehen.

Eine bewusste qualitative und quantitative Auswahl von Inhalten entsteht durch die integrative Förderung in Form von der Bereitstellung von Material entsprechend dem jeweiligen Leistungsniveau (Abakus, Steckwürfel, Schüttelboxen, Hundertertafeln, etc.).

Bei vermuteter Rechenschwäche einzelner Kinder führen die Mathematik-Lehrer*innen den HaRet (Hamburger Rechentest) zu Beginn des jeweiligen Schuljahres durch. Kinder mit erhöhtem Förderbedarf im Fach Mathematik erhalten additiv zum Unterricht eine gesonderte Förderung in stufenübergreifenden Gruppen. Differenzierungsstunden in Form von Doppelbesetzungen werden in den ersten drei Schuljahren für die individuelle Förderung einzelner Schüler*innen genutzt.

Im Schuljahr 2014/15 konnten wir additive Förderstunden für das Fach Mathematik etablieren und Förderboxen nach Schipper (Übungen zur Prävention von Rechenstörungen) für alle unteren Klassenstufen bereitstellen. Zudem nutzen wir die wenigen §45-Stunden für Honorarkräfte in diesem Schuljahr ausschließlich im Jahrgang 3 und 4, um Kinder mit mathematischen Förderbedarf an zwei Tagen in der Woche in kleinen Gruppen additiv zum Unterricht zu fördern.

Mathematisch besonders begabte Schüler*innen erhalten an unserer Schule zusätzliche Impulse, die unter der ´Begabtenförderung´ zu finden sind.

Eine externe Förderung (AUL) durch ein Institut steht allen Kindern mit einer diagnostizierten Teilleistungsstörung im Fach Mathematik zur Verfügung, wenn Lehrer*innen und Eltern dieses beantragen.

Schulinterne Fortbildungen zum inklusiven Mathematikunterricht finden statt, um auch im Mathematikunterricht weiter erfolgreich alle Schüler*innen zu fördern und zu fordern.

Informatik-Biber-Wettbewerb

Der Informatik-Biber ist Deutschlands größter Schülerwettbewerb im Bereich Informatik. Teilnehmen können Kinder und Jugendliche der Klassen 3 bis 13. Der Wettbewerb fördert das digitale Denken mit lebensnahen und alltagsbezogenen Fragestellungen. Dabei entdecken die Teilnehmenden Faszination und Relevanz informatischer Methoden. Grundschüler lösen 9 Aufgaben in 30 Minuten. Beim Informatik-Biber setzen sich Schülerinnen und Schüler mit altersgerechten informatischen Fragestellungen auseinander, spielerisch und wie selbstverständlich. Die Teilnehmenden erleben, wie spannend und vielseitig das digitale Denken der Informatik ist. 

Känguru-Wettbewerb

Der Känguru Wettbewerb ist ein mathematischer Multiple Choice Wettbewerb, der einmal jährlich am 3. Donnerstag im März im Jahr stattfindet. Der Wettbewerb ist freiwillig und findet als Klausur unter Aufsicht statt. In 75 Minuten sollen 24 Aufgaben gelöst werden. Es soll die mathematische Bildung an den Schulen unterstützen, die Freude an der Beschäftigung mit Mathematik wecken und durch das Angebot von interessanten Aufgaben die selbstständige Arbeit und die Arbeit im Unterricht fördern. Die Teilnahme kostet 2  Euro!

´Mathe-Zirkel´ für die Grundschule

Mathematisch interessierte Grundschulkinder ab der 3. und 4. Klasse haben seit dem Schuljahr 1999/2000 die Möglichkeit, an einem Mathe-Zirkel an Hamburger Grundschule teilzunehmen, der in der Regel zweimal monatlich am Nachmittag angeboten wird. Dort haben sie Gelegenheit, sich mit den interessanten Aufgabenstellungen zu befassen.

Mathe-Treff für mathematisch besonders begabte Kinder

Im Rahmen der Maßnahme PriMa wird seit 20 Jahren an der Universität Hamburg ein Förder- und Forschungsvorhaben durchgeführt, das sich an mathematisch besonders interessierte oder begabte Kinder der dritten Klassen wendet, das sogenannte Uni-Projekt.
Diese Uni-(Mathe-)Zirkel in Verbindung mit (Schul-)Mathe-Zirkeln bieten eine bundesweit einmalige Verbindung von Spitzen- und Breitenförderung. An der Universität können pro Jahrgang 50 Kinder in drei Kleingruppen bis zum Ende der 4. Klasse gefördert werden. Die Förderung findet in der Regel alle 14 Tage freitags von 16:00 Uhr bis 17:30 Uhr statt. 

Medienerziehung Klasse 3

Im Jahrgang 3 nehmen die Schüler*innen unserer Schule in Halbgruppen über jeweils ein Schulhalbjahr an dem Kurs ´Internet ABC´ teil.

Zudem wird eingebunden in den Regelunterricht kontinuierlich, situationsgebunden und umfassend über einen sinnvollen Umgang mit Medien gesprochen.

Naturwissenschaftliche Förderung

In allen Bereichen des Sachunterricht findet zieldifferenziertes Lernen statt, weil freies Forschen, die Vorstellung der erstellten Ergebnisse, Nachdenkstunden, Experimentieren und Vorträge zu selbstgewählten Themen Teile des Unterrichtskonzeptes sind. Ebenso legen wir in der Schule einen Schwerpunkt auf Methoden wie Handeln, Ausprobieren und Beobachten.

Fördern findet im Sachunterricht durch die Flexibilität der Lehrer*innen statt, innerhalb eines Themas verschiedene Methoden und Lernformen anzubieten. Es wird auf den Fachkonferenzen gemeinsam erarbeitet, auf welche Weise verschiedene Lern- und Leistungsprofile bei den unterschiedlichen Unterrichtsvorhaben berücksichtig werden können. Diese sind im schulinternen Curriculum niedergeschrieben.

Besonders der Besuch außerschulischer Lernorte bietet ein breites Spektrum an Lernmöglichkeiten. Die gezielte Nachbereitung kann verschiedene Zugänge zum Thema und Erfahrungen für alle Kinder sichtbar machen und wertschätzen.

Sportförderunterricht

Tanzpädagogische Bewegungsförderung

Dank der Kooperation mit der ´Tanzfabrik‘ werden ein bis zwei Klassen unserer Schule über ein Schuljahr hinweg durch tanzpädagogische Kräfte (Tanzpraktikantinnen) begleitet. In der Aula findet eine intensive körperliche Auseinandersetzung mit Bewegungselementen zu Musik statt. Alle Kinder der jeweiligen Klassen erfahren auf ganzheitliche Weise ihren Körper zu Musik zu bewegen und freudvoll in der Gruppe frei von jeder Vorerfahrung oder gerade mit dieser mitzuwirken. Dabei werden sie in ihrem Körperbewusstsein gestärkt und erfahren, wie Bewegungen impulsiv oder aber sehr konzentriert und diszipliniert ausgeübt werden können. Diese Bewegungsarbeit zeigt positive Auswirkungen auf andere schulische Elemente, wie konzentriertes Arbeiten oder Kreativsein.

Psychomotorischer Aufbau

Der Ansatz der Psychomotorik wurde als ganzheitlich persönlichkeitsfördernder Aspekt, der gerade für Kinder im Grundschulalter wesentliche Entwicklungsimpulse vermittelt, erkannt und in zunehmendem Maße in den Alltag unseres Schulsports integriert.

Wir entwickelten das Bewusstsein, dass Psychomotorik ein kindgemäßer und entwicklungs-orientierter Ansatz ist, der die individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten des Kindes in den Mittel-punkt seiner Bemühungen stellt.

In den vorschulischen und schulischen Einrichtungen sind auch Kinder, die besondere Herausforderungen mitbringen. Diese Herausforderungen können sich in einer abweichenden und/oder verzögernden Entwicklung in den Bereichen Motorik, Wahrnehmung, Sprache, Sozialverhalten, Aufmerksamkeit/Konzentration sowie Lernen zeigen und manifestieren. Psychomotorik kann hier wichtige Denk- und Handlungsimpulse vermitteln, die gerade diesen Kindern zugutekommen.

Die Entscheidung für ´ein Angebot zur weiteren Entwicklung der Basissinne´ verändert auch die Rolle der Lehrperson bei psychomotorischen Aufbauten. Wir müssen davon ausgehen, dass keine/r so kompetent für die Bedürfnisse, Grenzen und Anregungswünsche des sensorischen Systems ist, wie das Kind selbst. Hier geht es sozusagen um eine ´neurologische Autonomie´.

Der psychomotorische Aufbautag in der Schulpraxis unserer Schule findet jeden Donnerstag statt. Dabei gestalten wir unsere Turnhalle nach einem wiederkehrenden Aufbauplan. Dieser Aufbau wird von zwei Lehrpersonen vor Beginn des Unterrichts aufgebaut und erst am Ende des Schultages wieder abgebaut.  Im Laufe der Grundschulzeit sollen alle Klassen ein- bis zweimal am Donnerstag den Aufbau über das Schuljahr hinweg regelmäßig nutzen. Je früher dieses passiert, desto besser ist es für deren Bewegungsfähigkeit.

Der Aufbauplan beinhaltet immer,

  • Schaukeln und Schwingen,
  • Balancieren,
  • Niedersprung oder Übersprung,
  • Klettern

und Fortbewegung mit Hilfe anderer Kinder als kooperative Lernform. Darüber hinaus bieten wir immer auch eine abgetrennte Fläche für eine Mannschaftsspielsportart. 

In diesen Sportstunden können die Kinder frei wählen und sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten ausprobieren. Die Lehrperson beobachtet zunächst, wie sich die Kinder bewegen und kann sich danach individualisiert mit auffälligen Kindern beschäftigen. Das können Auffälligkeiten im defizitären Bewegungsbereich, aber auch die Förderung bewegungsbegabter Kinder sein.

Die frühe Forderung und Förderung kann so von den Lehrenden gestaltet werden.

Auf diese Art können wir die Prinzipien eines individualisierten Unterrichts auch im Sportunterricht umsetzen. Die Schwierigkeitsgrade sind von den Kindern einzuschätzen und sie sollen ´auf eigene Faust´ Bewegungserfahrungen machen. Die Lehrkraft hilft, unterstützt, regt an und ermuntert die Schülerinnen und Schüler. So entsteht Freude an der Bewegung, weil sie herausfordernd und entwickelnd ist.

Das Training für den Kindermarathon

Wir nehmen den Kindermarathon ´Das Zehntel´ zum Anlass, um mit Kinder über mehrere Wochen ein Lauftraining zu absolvieren.

Das Training wird von Seiten der Fachlehrenden jahrgangsübergreifend von der 2. bis zur 4. Klasse organisiert. Die Kinder melden sich freiwillig für diesen Lauf an.

Gesunde Kinder können längere Strecken ohne Bedenken laufen. Dass Laufen gesund sein kann, interessiert Schüler*innen allerdings ziemlich wenig. Dieses Gesundheitsmotiv ist für die Schüler*innen nicht nachzuvollziehen. Die Schüler*innen sollen erfahren, dass Laufen das unmittelbare Wohlbefinden steigern kann.

Je länger, desto besser (entspanntes Laufen, Laufen im aeroben Bereich), sollte die Zielvorstellung heißen. Schülergerechte Trainingsformen sind dabei wichtig. Gegebenenfalls kann auch intensives Gehen oder Walking ein Einstieg in ein Ausdauertraining sein.

Diese Herangehensweise bedeutet, dass die Kinder am Anfang lernen sollen, möglichst lange, langsam Laufen/Gehen zu können. Hier empfehlen  sich Zeitschätzläufe oder Laufen nach Minuten.

Das Training wird nie nach Runden oder Entfernung gesteuert, sondern immer nach Zeiteinheiten: „Wir laufen jetzt fünf Minuten um die Turnhalle“. So schafft der eine Schüler / die eine Schülerin fünf und der andere vielleicht acht Runden. Über die Wochen hinweg werden die Zeitabschnitte immer länger.

Der Aufbau verläuft in etwa so:
3 Minuten laufen, Pause, 3 Minuten laufen, Pause, 3 Minuten laufen
5 Minuten laufen, Pause, 5 Minuten laufen
10 Minuten laufen, Pause, 5 Minuten laufen
10 Minuten laufen, Pause 10 Minuten laufen
20 Minuten laufen, Pause, 5 Minuten laufen

Die Kinder werden aufgefordert in der angegebenen Laufzeit, sich in jedem Fall vorwärts zu bewegen nach dem Motto: „Wenn du nicht mehr laufen kannst, dann gehst du.“  Diese Lauf-Form nennen wir ´aktives Gehen´. Dieses aktive Gehen wird vorgemacht und die Kinder üben die Art der Fortbewegung.

Das Programm basiert auf der Zielorientierung, d.h., der Kindermarathon (4,2 km) ist das definierte Ziel. Dafür muss man trainieren.

Ein Ziel haben und dafür trainieren, ist für viele Kinder ein besonderes Erlebnis, weil sie die Steigerungen im Training, als auch den ´Wettkampf´, als herausragendes Ereignis erfahren.

Der Tag des Kindermarathons ist für die Kinder großartig, weil bis zu 6.000 Kinder an dem Lauf teilnehmen. Hier erfahren sich die Kinder als ´Eine/r von Vielen´ und haben zunächst großen Respekt vor der Veranstaltung. Diesen spürbaren Erfolg am Ende geschafft zu haben, ist eine großartige Erfahrung, von der die Kinder erfahrungsgemäß lange zehren.

Musikalische Förderung

JeKi – Jedem Kind ein Instrument

Die Schulleitung und das Kollegium der Schule Bahrenfelder Straße haben sich im Jahre 2010 dafür entschieden, der musikalischen Förderung /Forderung einen wichtigen Stellenwert zu geben und sich für das JeKi – Konzept der Hamburger Schulbehörde erfolgreich beworben. Damit hat sich die Schule, wie auch 62 weitere Hamburger Grundschulen von insgesamt 203 staatlichen Grundschulen dafür entschieden, dass Musik ein Schwerpunkt an der Schule sein soll.

Musikalisches Fördern ist deswegen wichtig, weil dabei die ganze Persönlichkeit der Kinder auf allen Ebenen angesprochen wird. Durch das gemeinsame Musizieren können sie lernen, wie eine Gruppe funktioniert und begreifen: Jede/r kann sich ihrer/seiner Fertigkeiten entsprechend einbringen und ist wichtig. Das gemeinsame Musizieren kann nur durch Achtsamkeit und Konzentration gelingen. Die Erfolge in diesem Bereich stärken die Kinder und wirken sich auch positiv auf Leistungen in anderen Fächern aus.

Konkret sieht das Konzept so aus, wie folgt: In Klasse 2 können die Kinder neun verschiedene Instrumente einmal wöchentlich in Halbgruppen praktisch in einem Instrumenten-Karussell kennen lernen. In Klasse 3 und 4 erhalten die Kinder dann zwei Schuljahre lang auf den Instrumenten ihrer Wahl kostenlos einmal wöchentlich in Kleingruppen Instrumentalunterricht. Die Instrumente bekommen sie in dieser Zeit von der Schule ausgeliehen.

In diesen zwei Schuljahren erfahren die Kinder durch verschiedene gemeinsame Konzerte und Schulfeiern diverse Möglichkeiten der Präsentation ihrer musikalischen Lernerfahrungen. Sie entwickeln Fertigkeiten auf ihren Instrumenten, wobei sie als Persönlichkeit in ihrer Entwicklung besonders gefordert bzw. gefördert werden. Durch die kleinen Gruppen können die Instrumentallehrer*innen schülerbezogen auf die individuellen Voraussetzungen der Kinder gezielt eingehen.

Chor

Die Schule bietet den Kindern die Möglichkeit im Schulchor mitzuwirken und verschiedene Kindermusicals aufzuführen. Der Chor findet häufig als freiwilliges Wahlangebot für die zweiten und dritten Klassen in der Zeit der Nachmittagsbetreuung statt. Derzeit nehmen fast 30 Kinder an unserem Chor teil, welche sich zunächst für ein Schulhalbjahr zur Teilnahme entschieden haben.

Neben Stimmbildung und Gehörschulung werden hier gemeinsam verschiedene Kinderchorlieder eingeübt.

Das gemeinsame schulische Singen finden wir für die Schulgemeinschaft zur Förderung der sozialen Kompetenz wichtig. Deswegen gibt es neben dem Chor, dem wöchentlich stattfindenden Musikunterricht und dem Singen im Klassenverband diverse Gelegenheiten, bei denen sich die ganze Schule versammelt und gemeinsam singt. Begleitet durch einige JeKi-Instrumente treffen sich die Kinder und Lehrer*innen beim Jahreszeitensingen, Adventssingen, bei unserem Kinderfest, beim Laternenumzug, zur Einschulungsfeier und bei der Verabschiedung der vierten Klassen.

 Schulband

Die Schule bietet den Viertklässler*innen auch im Nachmittagsbereich die Mitwirkung in einer Schülerband an. Dort können die Kinder besonders gefördert werden, die ein Instrument im JeKi-Unterricht gelernt haben. Neben den JeKi-Instrumenten stehen aber auch Schlagzeug, E-Bass, E-Gitarre und Mikrofongesang zur Verfügung. Hier werden aktuelle Popsongs nach den Interessen der Kinder ausgewählt, eingeübt und vorgetragen.

Schulorchester

Ein regelmäßig probendes Orchester gibt es in Abhängigkeit von der Nachfrage. Es proben jedoch alle Dritt- und Viertklässler gemeinsam während der JeKi-Zeiten für ein regelmäßig stattfindendes großes Konzert in der Schulaula, zu dem die ganze Schule sowie Erziehungsberechtigte und Freunde der Musiker*innen eingeladen sind. Dieser imposante Auftritt auf großer Bühne macht den Kindern die Schulgemeinschaft erlebbar, verstärkt die Erkenntnis, dass das Üben der Instrumente zu sichtbaren Erfolgen führt und wirkt über alle Klassengrenzen hinweg. Den Schüler*innen wird deutlich, dass sie nebeneinander mit den unterschiedlichen sozialen und persönlichen Voraussetzungen zu beeindruckenden musikalischen Erlebnissen kommen.

Fördern statt Wiederholen/Lernförderung § 45

Im Rahmen der Verankerung der Inklusion in der Regelschule sollen wir als Schule Schüler*innen so „(…) fördern, dass die Stärken weiter ausgebaut und Schwächen ausgeglichen werden.“ (Handreichung Inklusive Bildung und sonderpädagogische Förderung. Integriertes Förderkonzept; HH 2014; S. 7)

Kinder, deren Leistungen die Mindestanforderungen des Bildungsplanes nicht erfüllen, erhalten eine zusätzliche Lernförderung. Die Lernförderung dient dem Ausgleich der Schwächen einer Schüler*in und wird an unserer Schule additiv zum Unterricht durch eine externe Honorarkraft gesichert. Kinder, welche das Bildungs-und Teilhabepaket erhalten, sind leistungsberechtigt. Zweimal im Jahr wird auf den Zeugniskonferenzen beschlossen, ob ein Kind in dieser Form weiter gefördert werden soll und kann. Der Sprachförderraum bietet vielfältige Sprechanlässe und motiviert das sprachorientierte Lernen der Kinder – auch unterschiedlicher sprachlicher Herkunft. Daneben werden die bereits genannten Aspekte der Sprachförderung praktiziert, um die besonders förderbedürftigen Kinder für den Regelunterricht stark zu machen und ihnen die Möglichkeit zu geben, den Anschluss trotz sprachlicher oder/und schriftsprachlicher Barrieren zu bewältigen.

Unsere Schule vereinbart in Absprache mit den Schüler*innen und den Eltern Lern- und Förderschwerpunkte, welche im Regelunterricht und in der zusätzlichen Förderung behandelt werden. Aktuell haben wir uns im Förderteam in Absprache mit der Schulleitung darauf geeinigt, dass die derzeitigen Förderstunden nach §45 zur Hälfte der Mathematik- /bzw. Deutschförderung dienen, da wir beide Lernfelder als gleichbedeutend verstehen. Derzeit erscheint diese Entscheidung plausibel, da ausreichend Schüler*innen einer entsprechenden Differenzierung bedürfen. Um bei wenigen Stunden möglichst effizient zu fördern, haben wir bewusst klassenübergreifende, dafür aber schwerpunktorientierte Kleingruppen eingerichtet. Meist werden die Kinder zu zweit in kleinen Sequenzen zweimal in der Woche additiv gefördert. Die Fachlehrer*innen treffen Absprachen mit der Förderlehrkraft und bemühen sich um einen regen Austausch. Es mangelt uns jedoch auch hier weiter an ausreichend und verlässlichen Ressourcen, um die Leistungsrückstände der einzelnen Kinder wirklich gut und langfristig ausgleichen zu können.

Sonderpädagogische Förderung §12

Wir haben derzeit an unserer Schule vier Sonderpädagogen/-innen.

´Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben das Recht, allgemeine Schulen zu besuchen. Sie werden dort gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern ohne sonderpädagogischen Förderbedarf unterrichtet und besonders gefördert. Die Förderung kann zeitweilig in gesonderten Lerngruppen erfolgen, wenn dieses im Einzelfall pädagogisch geboten ist.´

 Sonderpädagogischer Förderbedarf im Sinn § 12 HmbSG liegt vor, wenn Kinder und Jugendliche in ihren individuellen Bildungs-, Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten so weitreichend beeinträchtigt sind, dass sie ohne gezielte sonderpädagogische Förderung und Unterstützung nicht erfolgreich zur Entfaltung ihrer Möglichkeiten geführt werden können. Sonderpädagogischer Förderbedarf kann in folgenden Bereichen festgestellt werden:

  • Lernen
  • Sprache
  • Emotionale und soziale Entwicklung
  • Körperliche und motorische Entwicklung
  • Geistige Entwicklung
  • Hören und Kommunikation
  • Sehen
  • Autismus

Sonderpädagogischer Förderbedarf wird auf der Grundlage eines sonderpädagogischen Gutachtens unter Einbeziehung der Sorgeberechtigten durch die zuständige Behörde festgestellt. (S. 3)

Die systemische Ressource für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf Lernen, Sprache sowie Soziale und emotionale Entwicklung (LSE) wird den Schulen nach Gesamtschülerzahl und Sozialindex zugewiesen, ohne dass die Schule den Bedarf im Einzelnen über sonderpädagogische Gutachten nachweisen muss. Im rechnerischen Mittel aller Schulen werden vier Prozent der Grundschüler und acht Prozent der Stadtteilschüler im Bereich LSE gefördert. Pro LSE-Schüler/in werden folgende WAZ zugewiesen:

In der Grundschule: 5,03 WAZ 1 (Halbtagsschule) und 5,39 WAZ (Ganztagsschule), (S. 6)

Der Einsatz der sonderpädagogischen Ressource ist bedarfsorientiert strukturiert. Die sonderpädagogischen Stunden werden bewusst nicht in die Stundentafel gesteckt, sondern können nach dem Ermessen der beteiligten Pädagogen/Pädagoginnen eingesetzt werden. Im Bedarfsfall beraten die Sonderpädagogen/innen in Fallkonferenzen mit der Schulleitung, der Beratungslehrerin, der Förderkoordination und der Klassenleitung über die Begleitung der Kinder.

Die Stunden werden auf die Kinder mit diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf oder deren Verdachtsfall verteilt. Die Förderung wird von allen Beteiligten auf den Förderplan abgestimmt. Ziel ist es, die Ressourcen möglichst effektiv bei dem Kind ankommen zu lassen. Daher arbeiten die Sonderpädagogen/innen möglichst drei Stunden in der  Woche mit dem einzelnen Kind oder mit einer Kleingruppe aus dem Klassenverband. Die Förderung findet sowohl im Klassenverband begleitend statt, als auch separiert von der Lerngruppe, als auch additiv.

Diagnostik – Idee der sonderpädagogischen Förderung

Für die Förderung wird es ab dem Sommer 2020 einen Raum (s.u.) geben, die sich vor allem durch viele Bewegungsanlässe und Fördermöglichkeiten im sensomotorischen Bereich auszeichnen. Neben Trampolin, Hüpfbällen und Basketballkorb soll es auch eine Kuschel-Leseecke, eine Hängematte und viele weitere Lernspiele, die das Lernen auf vielen verschiedenen Ebenen mit Kopf, Herz und Hand ermöglichen, geben.

Ausblick/ Weiterarbeit

Gemeinsam mit der Schnittstelle Inklusion des ReBBZ erarbeiten die Sonderpädagogin Johanna Menck und die ehemalige Förderkoordinatorin Nicki Vincke seit März 2020 ein Konzept zu dem ´Pädagogischen Projekt‘ HAFEN.

Dieses ´Pädagogischen Projekt‘ soll einen inklusiven Ort bilden, der zugleich eine besondere Form des Lernens eröffnet und eine Bündelung der pädagogischen Expertise ermöglicht.

Weiterhin wollen wir daran arbeiten, dass eine möglichst passgenaue Förderung bei dem einzelnen Kind ankommt. Daher ist es unser Ziel, individuelle Fallkonferenzen zu ritualisieren.

Beratungskonzept

Die langjährige Beratungslehrerin unserer Schule hat zu Beginn 2020 ihre Tätigkeit an unserer Schule abgelegt. Unsere Schulleiterin Britta Heils übernimmt vorübergehend dieses Aufgabenfeld, während unsere Kollegin Maiken Schau im August 2020 mit der entsprechenden Ausbildung gestartet ist.

Den Rahmen unseres Beratungskonzeptes bildet die ´Dienstanweisung für Beratungslehrer*innen´, wobei sich die Aufgaben der Beratungslehrerin in vier Bereiche einteilen lassen:

  1. Einzelbegleitung von Schüler*innen und Elternberatung

Der größte Teil der Beratungsarbeit ist die Einzelhilfe. Lehrer*innen suchen Klärungshilfe für einzelne Schüler*innen oder Unterstützung in anderen Fragen des Unterrichts oder der Erziehung. In einem Vorgespräch geht es um das Beratungsanliegen und das Erfassen des gewünschten Ergebnisses. Das Vorgehen und die voraussichtliche Dauer der Beratung werden geplant. Gemeinsam wird ein Beratungsauftrag festgelegt. Im Rahmen der Einzelhilfe finden gegebenenfalls auch Gespräche mit den Eltern der beratenden Schüler*innen statt.

Für Anliegen, die beispielsweise eine Unterstützung zur Diagnose betreffen,

  • besucht die Beratungslehrerin den Unterricht,
  • spielt und arbeitet mit der Schüler*in,
  • führt Gespräche,
  • initiiert Rollenspiele (z.B. mit Handpuppen),
  • lässt Szenen oder Situationen aufstellen oder
  • den Schüler / die Schülerin noch Freunde / Freundinnen dazu einladen.
  • evtl. ist auch ein Intelligenztest (CFT) passend oder ein Reife/Entwicklungs-/Schuleingangstest
  • spricht Beratungsstellen an oder vermittelt weiter (z.B. Schulärztin).

Hilfen, die den Umgang mit einem Schüler/ einer Schülerin betreffen:

  • führt die Beratungslehrerin Gespräche mit der Schülerin / dem Schüler, die eine Verhaltensänderung zum Ziel haben,
  • fragt nach ihrer Sichtweise und ihren Bedürfnissen,
  • arbeitet mit Faustlos
  • spielt Kooperationsspiele,
  • arbeitet mit ´Ich schaffs!´ (Ben Furmann),
  • trifft Abmachungen und begleitet deren Erfolg,
  • spricht mit der Klassenlehrerin / dem Klassenlehrer über die Entwicklung des Kindes,
  • vermittelt an weitere Einrichtung und Fachpersonen

Hilfen, die den Umgang mit Ansprüchen einzelner Eltern betreffen:

  • führt die Beratungslehrerin Beratungsgespräche mit dem/der Ratsuchenden (kollegiale Beratung),
  • bereitet ein Elterngespräch vor und nimmt ggf. teil.
  • Begleitung einer ganzen Lerngruppe

Wenn das Verhalten oder die Leistungssituation ganzer Klassen für einen Lehrer oder eine Lehrerin zum Problem wird, steht die Beratungslehrerin zur Verfügung um

  • sie oder ihn kollegial zu beraten,
  • die Situation aus mehreren Perspektiven zu analysieren,
  • den Unterricht zu beobachten und dem Kollegen oder der Kollegin Rückmeldung zu geben,
  • Lösungsideen zu entwickeln und deren Umsetzung zu begleiten,
  • Gespräche zwischen den Schüler*innen und der Lehrerin / dem Lehrer  zu moderieren.
  • Besondere Begabungen (s. Begabtenförderung)

Einzelbegleitung bei sozial-emotionalem Förderbedarf mit dem ReBBZ

Die Beratungslehrerin unterstützt den Kontakt der Schule zu anderen Einrichtungen. Besonders zum ReBBZ hält unsere Schule beständigen Kontakt und vermittelt Kontakt zu anderen Beratungsstellen und Therapiepraxen.  Einige Hilfe erhalten wir von der Beratungsstelle Besondere Begabungen (BbB), von der Beratungsstelle Gewaltprävention und von der Schulärztin. Wenn Schüler*innen unserer Schule von der Jugendhilfe oder dem Amt für soziale Dienste Hilfen erhalten, stellt die Beratungslehrerin Kontakt her und/oder eine andere Person nimmt an Hilfeplangesprächen, Runden Tischen oder anderen, notwendigen Gesprächen teil.

Zur Vernetzung der Beratungsarbeit mit anderen Beratungslehrer*innen in Altona nimmt die Beratungslehrerin an den Koordinationstreffen des ReBBZ teil.

Als grundlegende Prinzipien der Beratungstätigkeit sind folgende Grundpfeiler zu nennen, welche im schulinternen Beratungskonzept ausführlicher beschrieben sind:

Kooperation als Herzstück der Beratungsarbeit, Neutralität, Systemische Bedingungen, Hilfe zur Selbsthilfe, Ökonomie, Freiwilligkeit, Vertraulichkeit, Transparenz und Vernetzung.

Begabtenförderung

Büchereiteam

Das Bücherei-Team besteht aus Schülerinnen und Schülern der 3. und 4. Klassen. Es bildet sich jeweils am Anfang des neuen Schuljahres. Die Klassenlehrer*innen fragen die ihnen für die Aufgaben besonders geeignet erscheinenden Kinder, ob sie gern Teil des Teams werden möchten.  Zu diesem Zeitpunkt haben die Kinder das Bücherei-Team im Jahrgang vor ihnen bereits bei der Arbeit erlebt und haben deshalb eine Vorstellung von einigen Aufgaben gewonnen. Das Team trifft sich einmal pro Woche im Anschluss an den Vormittagsunterricht in der Bücherei.

Die Schüler und Schülerinnen der 3. und 4. Klassen organisieren und gestalten als Bücherei-Team das schulinterne Programm: Autorenlesungen, ein jahrgangsübergreifendes Schüler-Forum, Lesewettbewerbe,  Buchspenden anfragen (´Preise´), Einführungsveranstaltungen für die 1. Klassen, Geschenktipps (Klassiker und Neuerscheinungen) für Geburtstage und Weihnachten oder andere Anlässe.

Bei den Veranstaltungen in der Bücherei,  wie Lesewettbewerb, Autorenlesungen oder Schüler-Forum, übernehmen jeweils Kinder aus dem Team die Moderation. Auch die Einführung der neuen 1. Klassen in die Systematik der Bücherei wird von den Kindern in 2er-Teams durchgeführt. Immer zwei Kinder sind verantwortlich für die Pausenkisten und für die Unterstützung in den Lesezeiten in der Bücherei.

Im Bücherei-Team ist die Fähigkeit zu verantwortlichem Handeln wichtig, die Freude an der Durchführung von Veranstaltungen, der Mut zum Sprechen vor Publikum, der Spaß am geduldigen

Erklären und Unterstützen und ein gutes Verständnis für Ordnungsprinzipien. Hierin liegen große Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten für die Kinder, die Freude an besonderen Aufgaben haben.

Bücherflohmarkt

Einmal im Schuljahr findet für alle Kinder der Schule am Freitag in der letzten Stunde ein Bücherflohmarkt statt. Tage zuvor werden die Schüler*innen und Eltern informiert, dass Bücherspenden erbeten sind. Die Klassen sammeln ihre Bücherspenden, schätzen deren jeweiligen Wert bis max. 3 Euro ein und beschriften die einzelnen Bücher mit dem Preis.

Am Tag des Bücherflohmarktes bauen sich die Klassen für die letzte Schulstunde auf den Gängen vor den Klassen und in der Pausenhalle Stände auf. Für eine Schulstunde spazieren die Kinder der gesamten Schule durch das Gebäude und kaufen und verkaufen Bücher untereinander. Zuletzt leeren die Klassen die Kassen und reichen die eingenommenen Gelder an die Schulleitung. Zu jedem Bücherflohmarkt sind Kinder und Eltern vorweg informiert für welchen Zweck das Geld eingesetzt wird. Oft handelt es sich um Neuanschaffungen in der Bücherei, einen Leseteppich, Sitzkissen oder neue Bücher. Alle nicht verkauften Bücher werden den Klassenbibliotheken zugeordnet.

´Mathematikolympiade´ (s. auch Mathematikförderung)

Die Mathematikolympiade wird in den Klassenstufen 3 und 4 durchgeführt. Mathematisch interessierte Schüler nehmen zunächst an einer Hausaufgabenrunde teil. Werden 50% der Aufgaben richtig bearbeitet, werden die Schüler zu einer zweistündigen Klausur unter Aufsicht eingeladen. Erreichen die Schüler*innen wiederum eine gewisse Anzahl von Punkten, nehmen sie an einer externen Prüfung (Landesrunde) teil. Jedes teilnehmende Kind  erhält eine Urkunde.

´Mathematikzirkel´ (s. auch Mathematikförderung)

Regelmäßige Treffen außerhalb der Schule und die eigenständige Bearbeitung von besonders herausfordernden Aufgaben können Kinder der vierten Klassen im Rahmen der Universität erfahren. Die Mathematiklehrer*innen beraten begabte Mathematikschüler*innen und deren Eltern bei diesem Schritt.

´Besondere Begabung´

Unsere Kollegin Nicole Wichmann ist an unserer Schule die Ansprechperson für Kollegen und Kolleginnen sowie für Eltern zum Thema ´besondere Begabungen´.

Bei Feststellung einer besonderen Begabung oder eines Verdachtes darauf, kann die Beratungsstelle ´Besondere Begabung´ zu Rate gezogen werden. In individuellen Gesprächen werden die Lehrer*innen und eventuell die Eltern für gezielte Förderung individuell beraten.

Jahrgangsübergreifende Förderkonzepte

Als Maßnahmen zur Verbesserung der Möglichkeit individueller Förderung aller Schüler*innen nach Interessen und Neigungen nutzen wir klassenübergreifende bzw. jahrgangsübergreifende Projekttage zu unterschiedlichen Themen für alle Klassen der Schule in regelmäßigen Abständen. 

Projektwoche

Projektwochen finden in regelmäßigen Abständen an unserer Schule statt. Uns gefällt dabei der Gedanke, dass unter einem gemeinsamen Themenschwerpunkt Kinder unterschiedlichster Klassenstufen und Erfahrungen eine Schulwoche lang gemeinsam ganzheitliche Lernerlebnisse sammeln und dabei Lernfreude entwickeln und weitertragen.

Unter diesen Voraussetzungen erarbeiten wir im Kollegium unter Bedacht der Interessen unserer Kinder ein Thema und versuchen vielfältige Lernerfahrungen zu ermöglichen. Ob es nun ´Die Sinne´ sind, das Thema ´Gesunde Ernährung´ oder aber eine Projektwoche in Kooperation mit dem TuSch (Theater in Schulen)-Projekt zur ´Arche um Acht´, zu ´Maus unter´ oder zu ´In einem tiefen dunklen Wald´, spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle. Das gemeinsame und interessenorientierte Lernen nach dem Motto ´Eine Schule für ALLE! ´ kann in einer solchen Woche hervorragend praktiziert werden. 

Externe Kooperationspartnerschaften

Zusammenarbeit mit dem ReBBZ

Die Zusammenarbeit mit dem ReBBZ gestaltet sich an unserer Schule als beständige Kooperation zwischen Schule und Beratungsstelle. Jeden Freitag besucht eine Beratungskraft des ReBBZ unsere Schule und hält ihre Beratungsgespräche ab. Die Förderkoordinatorin hält zudem den Kontakt zum ReBBZ vor allem im DirK-Verfahren.

(siehe im Beratungskonzept: Einzelbegleitung bei sozial-emotionalem Förderbedarf mit dem ReBBZ)

ZSU (Zentrum für Schulbiologie und Umwelterziehung)

Unterschiedliche Angebote des ZSU nutzen unsere Klassenstufen, um haptische Erfahrungen im Bereich der Naturwissenschaften außerhalb unseres Schulgebäudes zu sammeln. Auf diese Weise nehmen einzelne Klassen an themenbezogenen Angeboten teil und erweitern ihre in der Schule gesammelten Erfahrungen mit zusätzlichen Lernerlebnissen.  Lernen kann als ganzheitliches Paket verstanden werden und der Blick über den schulischen Tellerrand hinweg, weckt das Interesse und die Neugierde der Kinder auf positive Weise.

Schauspielhaus

In Zusammenarbeit mit dem Schauspielhaus profitierte unsere Schule von dem Projekt TUSCH – Theater in Schulen.

(siehe hierzu: Theaterunterricht)

Theater für Kinder

Seit zwei Jahren findet eine Zusammenarbeit mit Frau Henneberg vom ´Theater für Kinder´ für den jeweiligen Jahrgang 2 statt.

Theater-Sprach-Camp

Unsere Schule setzt sich für sprachförderbedürftige Kinder der dritten und vierten Klassen mit und ohne Migrationshintergrund ein und schlägt ihnen und ihren Eltern vor, an einem dreiwöchigen Theater-Sprach-Camp in den Ferien teilzunehmen. Sofern diese interessiert und einverstanden sind, engagieren sich die verantwortlichen Lehrer*innen. Ziel des Theater-Sprach-Camps ist die spielerische Sprachförderung mit einem ´Programm aus Theaterspiel, Sprachförderung und vielerlei Freizeitspaß in der Gruppe. Ihr Kind wird seine Kenntnisse in der deutschen Sprache verbessern, das Lesen lieben lernen, an Selbstvertrauen gewinnen und sich erholen! ´ (http://www.jugenderholungswerk.de/index.php?id=59).

Diagnostik

Das Kollegium hat sich entschieden, seine pädagogische Arbeit zur Schuleingangsphase zunächst voll auf die Beobachtung  des Lernstandes zu richten und sich auf die Erstellung von Lern- und Förderplänen zu konzentrieren. Im ersten Schuljahr der ersten Klasse stehen jeder ersten Klasse zwei Sprachförderstunden zu.

Erfahrungsgemäß gewinnen Klassenlehrer*innen und Fachpersonen in diesem Zeitraum  bereits einen guten und fundierten Überblick, welchen Kindern der ersten Klassen ein besonderer Förderbedarf zuteil kommen sollte.

Im ersten Schulhalbjahr sind die Förderlehrpersonen im Unterricht integrativ tätig und stehen den Klassenlehrer*innen unmittelbar zur Seite, um im Klassenverband förderbedürftige Kinder zu identifizieren und zeitgleich zu fördern. Im zweiten Schulhalbjahr werden die als förderbedürftig erkannten Kinder in Kleingruppen gesondert gefördert.

Vom Kollegium wurde bereits vor Jahren beschlossen, dass als verlässliche Diagnoseverfahren der SOFA-Test in Klasse 1, die HSP (Hamburger Schreibprobe) in den Klassen 1 bis 4 und der SWLT (Stolperwörterlesetest) in den Klassen 1 bis 4 verbindlich durchgeführt werden. Mittlerweile hat der SCHNABEL-Test Einzug in unsere Schule gefunden und wurde mittlerweile von allen Jahrgängen durchgeführt.

Der HaRet (Hamburger Rechentest) ist kein definitives, doch nach Bedarf genutztes, Diagnoseinstrument. In Klasse 1 haben wir als Kollegium vor einigen Jahren die verbindliche Vereinbarung getroffen, dass der HaRet mit allen Kindern dieses Jahrgangs durchgeführt wird. In den weiteren Schulstufen befinden immer mehr Jahrgangsteams, dass auch dort der Test kollektiv durchgeführt wird. Weitere Testungen werden bei Bedarf hinzugezogen.

Sobald ein Kind in der HSP und/oder dem SWLT unter den Prozentrang 5 fällt, führen die Mathematikkräfte den HaRet verbindlich durch, um einen sonderpädagogischen Förderbedarf auszuschließen oder eine Teilleistungsstörung  besser diagnostizieren zu können.

Der Lernstand, die Fördermaßnahmen und deren Überprüfung werden ebenso schriftlich fixiert, wie Elterngespräche und andere, das Kind betreffende Maßnahmen. Die hierzu entwickelten Formulare  werden in Fach- bzw. Fallkonferenzen unter Berücksichtigung des zu erreichenden Lernstandards und der für unsere Schule wichtigen bedeutenden Förderbereiche und –Ziele möglichst genau ausgefüllt. Sie dienen als Grundlage für Lernzielvereinbarungen, mögliche Förderpläne oder Eltern-Kind-Gespräche. Eine regelmäßige Überarbeitung und Evaluation dieser Individuellen Förderpläne vor allem im Blick auf die Praktikabilität und Aktualität wird vorgenommen.

Förderplanung und Organisation des fachgebundenen Förderunterrichts

Unterrichtliche Methoden zeigen sich als geeignet, auch unter des Anspruches der individuellen Förderung im integrierten Unterricht sowohl für schneller lernende als auch für langsamer lernende Kinder tragende schulische Elemente zu sein. Vor allem die Organisationsformen, die einen offenen Unterricht bedienen, sind hier zu erwähnen. Alle diese Formen differenzierter oder gemeinsamer Aufgabenstellung mit einem möglichst hohen Maß an Selbstständigkeit und Selbstverantwortung bei gleicher oder differenter Zeitvorgabe in Einzel- oder Gruppenarbeit (Freiarbeit, Wochenpläne, Logbücher, Arbeit an Lernstationen, Werkstattarbeit, Projektarbeit, soziale Lernformen) ermöglichen ein individuelles Fördern und Fordern im Regelunterricht.

Darüber hinaus werden zusätzliche Förderbedarfe hauptsächlich über das Kontingent der Sprachförderressourcen und der Lernförderung bedient.  

Zu diesem Zweck sucht die Förderkoordinatorin in enger Absprache mit den sonderpädagogisch-arbeitenden Lehrenden und den Klassenlehrer*innen das Fördergespräch, um kurz vor dem jeweilig beginnenden Schulhalbjahr eine Förderplanung für alle Schüler*innen unserer Schule vorzunehmen. In den Fall- und Zeugniskonferenzen werden die Förderbedarfe der einzelnen Kinder pro Klassenstufe mit allen beteiligten Fachlehrer*innen und der Schulleitung  besprochen, Fördermaßnahmen beraten und festgelegt.

Dabei wird berücksichtigt, dass ein Kind mit vielen verschiedenen Förderbedarfen keine „Über-Förderung“ erfährt. 

Über die Klassenlehrer*innen werden Kinder und Eltern über die festgelegten Fördermöglichkeiten informiert und erreichbare Lernziele werden schriftlich notiert.

Entwicklungspotential der Förderung an unserer Schule – Aussichten

Wir sehen uns als Kollegium unserer Schule in der Pflicht, auf die neu gestellten Aufgaben der Inklusion angemessen zu reagieren. Dabei entdecken wir immer neue und zusätzliche Arbeitsfelder, welche uns manches Mal förmlich erschlagen und vom ´normalen Unterrichtsgeschäft´ gründlich ablenken. Dabei wird uns in gemeinsamen Gesprächen, Konferenzen und zu Pädagogischen Jahrestagen immer wieder deutlich, dass das weite Feld der Förderung keinesfalls leicht abgrenzbar ist. Vielmehr erkennen wir in der täglichen Unterrichtsgestaltung und im alltäglichen Umgang mit sehr unterschiedlichen Kindern und deren Lernkontexten, dass eine Unterrichtsentwicklung gut angelegt und begleitet sein muss. Auch wenn wir gemeinsam unterrichtsbedeutsame Schritte anlegen und versuchen weiterzuentwickeln, so bedürfen wir externer Begleitung und Beratung. Wir  sind gewillt uns weiter auf den Weg zu machen und die Individualisierung in unserem Unterricht zu etablieren. Ziel ist es, dass wir die Kinder tatsächlich gut begleitet nach ihrem Können fördern und fordern und unsere Schule zu einer Schule für ALLE zu machen. 

Nach wiederholten Sitzungen im Rahmen des Beratungsteams kommen wir zu dem Schluss, dass die Effizienz unseres Sprachförderunterrichtes vornehmlich von drei Faktoren abhängig ist:

1. beständige Gruppen, die über ein Schuljahr hinweg keinen großen Veränderungen der Gruppe ausgesetzt sind

2. Kontinuität und Qualität der Förderpersonen, die diesen als prioritär erkennen und behandeln

3. fest verankerte Förderzeiten im Stundenplan, die von allen Beteiligten eingehalten werden können.

Um diesem Ideal der Ansprüche in unserem schulinternen Förderkonzept möglichst nahe zu kommen, haben wir planmäßige Schritte umgesetzt.

Aus pädagogischer Sicht erscheint es uns heute weiterhin unabdingbar, dass einmalig zum Schuljahresbeginn förderbedürftige Kinder diagnostiziert werden und Klassenlehrer*innen in enger Absprache mit den Fach- und Förderpersonen Individuelle Förderpläne für die betroffenen Kinder anlegen. Diese Individuellen Förderpläne werden bewusst mit kleinen Lernmeilern (welche erreicht werden können und die Motivation stärken) ausgefüllt und stetig mit dem Lernzuwachs des Kindes im Prozess aktualisiert. Zum Beginn eines jeden Halbjahres finden bei Bedarf Gespräche statt, die durch unsere Förderkoordinatorin organisiert werden, um bestehende Pläne gegebenenfalls zu aktualisieren oder neue Pläne anzulegen. Zwischenzeitlich hatten wir Differenzierungskonferenzen für alle Kollegen / Kolleginnen.

verfasst von N. Vincke